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Simprops neue Größe

Eingereicht

Westland Lysander

Unser Autor und bekennender Warbirdfan Markus Prager hat sich mal wieder eine große Aufgabe gestellt. Ein Warbird mit drei Metern Spannweite, elektrisch befeuert und mit vom Durchmesser im Maßstab passendem Dreiblatt-Propeller bestückt sollte es werden. Und ist das nicht schon Mammut-Aufgabe genug, soll als Antriebsakku nur ein kleiner 6s / 5.000 mAh-LiPo-Akku eingesetzt werden. Wer nun an der Machbarkeit zweifelt und natürlich auch alle anderen dürfen sich auf einen spannenden Baubericht, in dem es nicht nur um Servos einbauen und sonstige Standardausführungen geht, freuen. Natürlich geht unser Autor ausführlich auf den Antrieb und die Propellerauswahl ein, denn wir sprechen hier immerhin von einem 26 x 24 Zoll-Dreiblatt-Propeller.

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Die Modellauswahl
Bis zu meinem 14. Lebensjahr habe ich Klebemodellbau betrieben. Eines der Flaggschiffe ihrer Zeit war die Westland Lysander von Matchbox im Maßstab 1 : 32, die zusammengebaut und sehr detailgetreu bemalt an der Zimmerdecke hing. Dabei löste sich irgendwann ein Knoten und die Lysander stürzte sozusagen beim Jungfernflug ab. Da lag sie nun, Flügel und Fahrwerk waren beschädigt, aber es konnte alles repariert werden und sie hat dann im zweiten Anlauf noch ihren luftigen Platz bekommen. Natürlich ist die Lysander irgendwann in Vergessenheit geraten. Doch als ich vor zwei Jahren eine Lysander sah, die mit einem Fieseler Storch in Duxford flog, wurde die alte Begierde wieder wach. Im RAF-Museum (der Eintritt ist übrigens kostenlos) wurde die Lysander ausführlich inspiziert und vermessen, besonders der Propeller mit seinem gewaltigen Durchmesser hat es mir angetan, dazu aber später mehr. In dieser Zeit wuchs dann der Wunsch, einmal eine Lysander im Hangar zu haben. Auf der Spielwarenmesse 2015 entdeckte ich am Stand des vietnamesischen Herstellers Seagull eine Lysander mit unglaublichen drei Metern Spannweite. Da mit dem ersten Serienmuster nicht vor 2016 gerechnet wurde, war genügend Zeit, um sich Gedanken zum Antrieb zu machen, der natürlich elektrisch erfolgen sollte.

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Super Leichtbau im Rumpfheck: Wenige Spanten und die Rumpfoberseite ist nur im Bereich des Seitenruders beplankt. Als Material wird fast ausschließlich Balsasperrholz verwendet.

Erste Telefonate mit Herrn Christian Ramoser, dem Inhaber der Firma varioPROP waren vielversprechend. Er plante gerade eine neue Propellerserie zwischen dem sehr leichten Mittelstück 16D und dem sehr stabilen Scale-Mittelstück 32i, das eher für große Sternmotoren ausgelegt ist. Diese neue Propellerserie sollte spürbar preisgünstiger als die 32i werden, aber auch keinen »Superscale«-Anspruch erheben. Wie schon bei den verfügbaren Mittelstücken wird es zwei Propellerarten geben, eine Hamilton-Form und eine Variante mit gerundeten SG-Blättern. Da ich öfters mit Christian Ramoser telefoniere, wusste er bereits über die Ansprüche der Mehrblatt-Propeller für Elektroantriebe Bescheid und versprach, besonders auf den Wirkungsgrad und eine hohe einstellbare Steigung beim Design zu achten.

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Sämtliche Ruder sind in Hohlkehle ausgeführt.

Der Antrieb
Auf der Modellbaumesse in Friedrichshafen konnte ich zum ersten Mal das 25F-Mittelstück mit seinen unterschiedlichen Blättern in Augenschein nehmen. Cristian Ramoser erklärte mir, dass der Wirkungsgrad und ein geringer Standschub das Ziel waren und zeigte mir die vielen Details des 25,8-Blatts. Die einstellbare Steigung von 35 Zoll der 25F-Mittelstückes muss gesondert erwähnt werden. Das bedeutet für eine theoretische Strahlgeschwindigkeit (die in der Regel im Flugbetrieb immer erreicht wird) von 160 km / h Vpich reicht bei einer Steigung von 35 Zoll eine Propellerdrehzahl von 3.000 U / min, was natürlich mit Elektrogetriebeantrieben problemlos zu erreichen ist.

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Die Bauausführung ist klasse, selbst die Klappenaussparungen sind sauber und stabil verkastet.

Somit wurde der riesige 25,8 in einer Dreiblatt-Variante auf der Messe eingepackt. Als Leihgabe wurde mir noch ein Zweiblatt-Mittelstück zum Vermessen des Propellers mitgegeben. Für erste Leistungs / Standschubmessungen ist in dieser Größe ein Zweiblatt-Propeller wesentlich einfacher zu händeln als eine Mehrblatt-Variante, zumal auch ein Antrieb mit einem grob geschätzten kV von 130 (Umdrehungen / Volt) nicht zur Verfügung stand.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Ausgabe 11/2016 des MFI Magazins.