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Mini-Kameras für Modellflug und mehr

Eingereicht

Wovon Spione vor Jahrzehnten kaum zu träumen wagten und was später zwar erhältlich, aber nahezu unerschwinglich war, das kann man heute für einen relativ kleinen Eurobetrag am Markt kaufen und sogar am Schlüsselbund tragen – allzeit einsatzbereit! Gemeint sind die Mini-Kameras, die vor allem im Internet reichlich angeboten werden. Einer dieser Anbieter ist die Firma eyeCam aus Nürnberg, die zurzeit drei Varianten der gleichnamigen eyeCam im Programm hat, zwei weitere kommen in Kürze dazu.

eyeCam

Im Modellflug sind dem Einsatz dieser kleinen und unter 20 Gramm leichten Minis kaum Grenzen gesetzt. Selbst auf oder in Schaumwaffeln können sie problemlos montiert werden. Und irgendwie reizt es schon, einen Flug aus der Onboard-Perspektive aufzunehmen und später anzusehen. Wer das Ganze engagiert angehen will, kann das dabei gewonnene Videomaterial am PC schneiden, mit Bildern einer Bodenkamera mixen, mit Musik unterlegen und dann zur Freude der Fan-Gemeinde ins Netz stellen oder im Verein zeigen.

eyeCam_2Die Kamera-Typen
Alle eyeCams sind als so genannte Spy-Videokameras mit Ton- und Fotofunktion ausgelegt und in den Maßen und Gewichten nahezu identisch (siehe Tabelle). Besonders günstig für den Einsatz im Modellflug ist auch die flache, strömungsgünstige Form der eyeCam, die mehr an einen modernen Funk-Autoschlüssel, als an eine Videokamera erinnert. Die Aufzeichnung erfolgt im AVI-Format jeweils auf microSD- bzw. microSDHC-Speicherkarten mit bis zu 32 GB. Grundlegende Unterschiede spielen sich aber mehr im Inneren der eyeCams ab. Das preisgünstige Basis-Modell nimmt die Videosequenzen im 4 : 3-Format mit einer Auflösung von 720 x 480 (30 Bilder/Sekunde) auf, was für Einsteiger, die nicht viel Geld investieren möchten, sicher akzeptabel ist. Wer die Bildqualität selbst beurteilen möchte, kann sich dieses Videoclip ansehen:

Die beiden höherwertigen eyeCamHD zeichnen die Videos mit 1.280 x 720 (30 Bilder/Sekunde) im 16 : 9-Format auf, bei deutlich gesteigerter Bildqualität. Der Unterschied zwischen den beiden HD-Versionen liegt nur im Aufnahmewinkel ihrer Objektive mit 67 bzw. beachtlichen 120°-Weitwinkel.

Die Bedienung der Kameras ist recht einfach und wird durch eine deutschsprachige Anleitung ausreichend erklärt. Für die HD-Typen stellt eyeCam auf der Homepage ein kostenloses Download zur Verfügung, über das die jeweilige Kamera-Parameter spielend leicht auf die individuellen Bedürfnisse des Anwenders eingestellt werden können. Allerdings muss das Konfigurationsprogramm vor dem Runterladen erst in den virtuellen Warenkorb des Shops gelegt und als Kauf bestätigt werden. Obwohl der Preis dabei mit 0,– Euro angezeigt wird, ist man anfänglich doch etwas irritiert. Überhaupt ist die eyeCam-Homepage recht mager ausgestattet, da sie noch im Aufbau ist. Dies soll aber in Kürze behoben sein.

eyeCam_1

Klein, leicht, unauffällig. Befestigt wird die eyeCam am besten mit selbstklebendem Klettband. Damit die Kamera den relativ hohen Windgeschwindigkeiten im Kunstflug standhält und vor allem nicht seitlich wackelt, wurde sie hier zusätzlich im hinteren Drittel mit Klebeband fixiert. Und das war goldrichtig, wie die ruhigen Aufnahmen im Video bestätigen!

Einsatz der eyeCamHD im Modellflug
Mir standen für den Test nur die Basis- und die HD-Version mit jeweils 67°-Objektiven zur Verfügung. Für die Flugaufnahmen habe ich aber nur die letztgenannte HD-Kamera eingesetzt. Als »Versuchsträger« wählte ich meine Drei-Meter-Pilatus B4 von Topmodell, die mit einem E-Antrieb in der Rumpfspitze und Klapppropeller ausgestattet ist. Durch diese Zwitter-Auslegung konnte ich mit einer Kameraposition sowohl das Aufnahmeverhalten beim Filmen durch den drehenden Propeller, wie auch den reinen Segelflug auf Video bannen.

Auch die eyeCam hat ein Manko, das alle HD-Kameras am Markt haben, die mit einem CMOS-Bildwandler ausgestattet sind. In Fachkreisen wird diese unnatürlich verzerrte Darstellung von drehenden oder stark bewegten Teilen (Propeller, Räder usw.) als »Rolling Shutter-Effekt« bezeichnet (siehe Bild). Doch aufregen gilt nicht, denn in der Preisklasse unter 1.500 Euro findet man meines Wissens keine Kamera mit Videofunktion (auch keinen Fotoapparat), die nicht diese Systemschwäche aufweist – die eine mehr, die andere weniger. Dem kann man nur entgehen, indem die Aufnahmerichtung so gewählt wird, dass ….

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Ausgabe 9/2013 des MFI Magazins.