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MFI Segelflug – Skippy

Eingereicht

»Feierabendfliegerei, Entschleunigung oder Retrowelle. Wir nennen es Genussfliegen, mit einem einfach aufzubauenden, mit einfachen Mitteln auszustattenden und dennoch leistungsfähig und problemlos zu fliegenden Modell.« So beschreibt aero-naut den neuen Skippy, der in Anlehnung an die immer populärer werdende Modell- und Wettbewerbsklasse R.E.S. (Rudder, Elevator, Spoiler) konstruiert wurde. »Back to the roots«, könnte man auch sagen, und so findet man hier ein weit vorgefertigtes Modell – klassisch in Holz aufgebaut und sauber mit Folie bespannt.

Skippy_1

Skippy heißt der jüngste Spross in Sachen Segler aus dem Hause aero-naut. Es handelt sich um einen Elektrosegler mit 180 cm Spannweite, dreiteiliger Tragfläche, weißem GfK-Rumpf und T-Leitwerk – und entsprechend der Firmenphilosophie made in Germany. Seine älteren Geschwister heißen Galaxy (200 cm; mit V-Leitwerk), Noemi und Xenon (je 250 cm, mit V- bzw. T-Leitwerk) und Scarlet (300 cm) mit T-Leitwerk.

Skippy_2

Der im Text beschriebene Antrieb passt gut zum Skippy – und wenn einen tatsächlich einmal der Hafer stechen sollte, ist damit auch senkrechtes Steigen möglich. Das liefert auch dem erfahrenen Modellflieger ordentlich »Luft nach oben«.

Einzig die große Schwester Scarlet hat eine beplankte Styropor-Tragfläche – alle anderen Familienangehörige einen karbonverstärkten Rippen-Tragflügel in reiner Holzbauweise. Durch die sauber verarbeitete, faltenfreie Oracover-Klarsichtfolie sieht man die Rippen und Holme und kann sich an der wirklich guten und durchdachten Arbeit erfreuen, wie beispielsweise an dem hochkant montierten Hauptholm der Skippy-Tragfläche: seine Kohlefaser-Verstärkung ist gut zu erkennen. Passenderweise liegt genau dort der Schwerpunkt des Modells, so dass sich eine selbst anzubringende Markierung erübrigt.

Der Skippy ist ein Zweiachs-Segler. Er hat keine Querruder, ist aber dennoch ausgesprochen wendig. Die Geometrie der Tragfläche in Kombination mit dem Profil E-193/RG-15 unterstützt diese Eigenschaft. Die Art der Aufteilung des Tragflügels in ein gerades Mittelteil und große Aufsteck-Ohren mit sorgfältig erprobter V-Form verfolgen das gleiche Ziel – mit Erfolg.

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Die Tragflächenbefestigung erfolgt in bewährter Weise über einen Holzdübel im Nasenbereich der Fläche und eine Kunststoffschraube.

Die Ohren werden am Mittelteil mit einem Streifen Klebeband fixiert. Ich habe auf der Oberseite und auf der Unterseite ein passendes Stück Tesafilm spendiert und lasse die Ohren dran, denn eine Tragfläche mit einer Spannweite von 180 cm lässt sich sogar in einem Kleinwagen problemlos transportieren. So wird die Oracover-Folie am Ohr und am Mittelteil nur selten durch das Entfernen des Tesa-Streifens gestresst. Auf die beiden Höhenleitwerks­hälften trifft das Gleiche zu, denn die werden ebenfalls aufgesteckt. Anlässlich einer Urlaubsfahrt, bei der der Skippy ebenfalls an Bord sein soll, ist man allerdings sehr erfreut über den aufgrund der Teilbarkeit geringen Platzbedarf dieses Elektro-Seglers. Das gerade Mittelteil der Tragflächen birgt einiges an Überraschungen. Ich meine nicht die Bremsklappen und ihre Funktion. Die machen Sinn angesichts der guten Thermikeigenschaften des Skippy. Die Bremsklappen sind geteilt, jede hat ihr eigenes Servo. Die Drehachse der Klappen liegt nicht mittig, sondern in Höhe der Tragflächen-Unterseite. Demzufolge ist der maximale Klappenausschlag nach oben auf ein paar Millimeter begrenzt, weil der Spalt zwischen Klappe und Oberseite der Tragfläche nur 2,5 mm beträgt. Nach unten hingegen hat man einen riesigen Ausschlag, also 90° wenn man das will. Die Bremswirkung ist spürbar, aber nicht übewältigend. Sie reicht auf jeden Fall für einen zügigen Abstieg aus starker Thermik.

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Mit den Landeklappen hat unser Autor ein wenig »gespielt« und in ihnen eine Querruderfunktion entdeckt; die ist zwar nicht eben wirkungsvoll, aber das Experimentieren …

Jetzt kommt die Überraschung: Ist man Besitzer einer modernen Fernsteuerung mit allerlei Fertigprogrammen für Tragflächen mit mehr als einer Klappe, kann folgendes geschehen: Ich wählte ein Programm für eine Tragfläche mit vier Klappen – zwei Querruder und zwei Bremsklappen. Die Bremsklappenservos wurden in diejenigen Servoausgänge des Empfängers gesteckt, die ihnen vom Fertigprogramm zugedacht sind. Querruderservos gibt es keine, also blieben die entsprechenden Steckplätze am Empfänger leer. Nachdem ich alles korrekt gesteckt und eingestellt hatte, stellte ich fest: In Flugphase 1 Normal fährt der Motordrosselknüppel die Bremsklappen aus der Stellung Null bis auf annähernd 90° nach unten. Bei Seiten- und Höhenruderknüppel erfolgt alles wie gewohnt. Beim Querruderknüppel habe ich als Reaktion gleich null erwartet, weil keine Querruderservos vorhanden sind. Realität war: Querruderfunktion der Bremsklappen vorhanden, aber mit total falscher Differenzierung.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Ausgabe 1/2016 des MFI Magazins.