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LCF2 – Ein neuer Stern am Segelkunstflughimmel

Eingereicht

Die Gruppe der manntragenden Kunstflugsegler ist eher überschaubar und wird von den modernen Konstruktionen dominiert. Um so schöner wird empfunden, wenn diese Szene durch einen »Exoten« bereichert wird – wie top-aktuell durch die brandneue LCF 2, die Hunschok-Modellbau im September auf der internationalen Deutschen Meisterschaft im Segelkunstflug vorstellte. Ihr Einstand mit einem 3. und einem 6. Platz darf durchaus als gelungen bezeichnet werden!

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Anfang der 1970er Jahre gab es ein paar rührige Mitglieder des Luftsport-Clubs in Friedrichshafen. Dort entwickelte und baute man die LCF 2. Die in dieser Zeit sehr erfolgreiche Ka 6E und die Lo 100 sollten in den fliegerischen Eigenschaften übertroffen werden. Ziel war auch, aus möglichst vielen serienmäßigen Teilen von Scheibe-Flugzeugen ein neues Flugzeug zu bauen. Die Mitglieder steckten nach einer unbestätigten Aufwandsbeschreibung ca. 4.000 Stunden in die Entwicklung und den Bau. Erstflug fand im März 1975 statt. Eine der wenigen Informationen enthält die Internetseite der Swiss Aerobatic Gliding Association (www.sagach.ch); hier ein Zitat:

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Bild 1: Das Urmodell in Helge Baums Werkstatt, für das er verantwortlich war.

»Die Kunstflugeignung konnten Helmut Laurson mit dem Sieg bei den Bayerischen Kunstflugmeisterschaften 1976 und Günter Cichon mit dem 5. Platz bei der Deutschen Meisterschaft 1977 unter Beweis stellen.« Auf der Homepage findet man auch folgende technischen Daten aufgeführt.

Uli Hunschok verlässt mit diesem Projekt bewährtes Terrain. Die Firma Hunschok-Modellbau ist zwar bekannt für die Produktion hervorragender Thermiksegler, mit denen man auch schon mal »heizen« kann – aber einen Wettbewerbsflieger für Segelkunstflug hatte man nicht wirklich im Programm. Wie es zur Auswahl des LCF2 kam, ist dem mit Uli Hunschok geführten Interview zu entnehmen

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Bild 2: Uli Hunschok beim exakten Herausarbeiten der Konturen des Flugzeugs.

Produktionsstart
Im Acro-Segelkunstflug im DMFV gibt es eine sinnvolle Gewichtsbeschränkung von 20 kg. Um diesen vorgegebenen Rahmen einzuhalten, hat sich eine Spannweite von fünf bis sechs Metern bewährt. So hat auch das Modell der LCF 2 eine Spannweite von 520 cm, was einem Maßstab von 1 : 2,5 entspricht. Der Rumpf ist 254 cm lang, so dass er noch gut transportierbar ist. Das Profil sollte natürlich für die Aufgabe, nämlich Segelkunstflug, ideal sein. Was lag da näher, als auf das häufig verwendete »Acro-Profil« von Helmut Quabeck zurückzugreifen? Wer Uli Hunschok kennt, ahnt, dass er es dabei nicht beließ: Er modifizierte das Profil – mit Erfolg, denn die Resultate auf der Deutschen Meisterschaft waren beeindruckend.

Aber bis dahin gab es viel Arbeit. Ich hatte das Glück, bei der Firma Hunschok hinter die Kulissen zu schauen und einige interessante Einblicke zu gewinnen.

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Bild 4: Damit eine wirklich homogene Oberfläche entsteht, wurde mehrfach gespachtelt und geschliffen; das dauerte einige Zeit.

Auf Bild 1 sieht man das Urmodell in Helge Baums (er war verantwortlich für das Urmodell) Werkstatt. Zur Erstellung wurden nach Originalunterlagen Rumpfspanten mit Hilfe einer CNC-Fräse erstellt und die Zwischenräume mit Styrodur ausgefüllt. Im nächsten Arbeitsgang wurden die Konturen des Flugzeugs exakt herausgearbeitet (Bild 2 zeigt Uli Hunschok bei der Arbeit). Dritter Arbeitsgang ist das Beschichten des Rumpfs mit Glasfaser; diesen Part übernahm Helge Baum (Bild 3). Damit eine wirklich homogene Oberfläche entsteht, wird gespachtelt, geschliffen, gespachtelt und geschliffen … Bis Bild 4 gemacht werden konnte, verging folglich einige Zeit. Hier sieht man den lackierten Rumpf auf dem eigens dafür gebauten Gestell. Es diente für die Lackierung und die Vermessung des Rumpfs.

Ist das alles erledigt, geht es an das Einwachsen des Urmodells und den Formenbau (Bild 5). Etwa zeitgleich wurden die Flügel aus Styro-Abachi gefertigt (Bild 6). Hier sieht man das erste fertige Rohbaumodell mit dem Arbeitsteam Helge Baum, Uli Hunschok, Markus Böhm und Fabian Baum.  …

Einen ausführlichen Bericht und  das Interview mit Helge Baum und Uli Hunschok lesen Sie in der Ausgabe 12/2013 des MFI Magazins.

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