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Ein Sender fürs Leben – Jeti ds-16

Eingereicht

Kurz nach der Nürnberger Messe erreichte die Redaktion ein Muster des brandneuen Jeti-Handsenders. Markus Fiehn stellt die Hard- und Software der Highend-Fernsteuerung aus Tschechien vor.

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Der 16-Kanal-Handsender ds-16 war eine der auffälligsten Neuheiten in Nürnberg. Allein das hochwertige Alugehäuse, das aus einem Stück herausgefräst wird, und die vollständig aus Metall bestehenden Knüppelaggregate machen jedem den Mund wässrig, der auf edel verarbeitete Technik steht. Dazu kommen noch reihenweise technische Features, die man so noch in keinem RC-System finden kann. Daher fieberte ich regelrecht dem Tag entgegen, an dem der DHL-Bote mir das Paket aus Österreich (mein Sender wurde über den dortigen Vertrieb Hepf Modellbau bezogen) übergab.

Hardware
Die ds-16 ist der erste Handsender von Jeti. Sein einteiliges Gehäuse besteht, wie bereits geschrieben, vollständig aus Aluminium – neudeutsch nennt man das »Unibody«. Lediglich die ebenfalls aus Alu gefertigte Bodenplatte lässt sich für den Zugang zur Elektronik und zu den Knüppelaggregaten durch Lösen von acht Torx-Senkkopfschrauben abnehmen. Am oberen Ende des Gehäuses steht das leicht angewinkelt angebrachte Displaygehäuse aus Kunststoff (hier wurde nicht gespart – aber im Inneren liegen die Antennen der beiden HF-Module, die von Alu eben abgeschirmt würden!) hervor.

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Das Display ist auch bei starker Sonneneinstrahlung perfekt lesbar.

Das hintergrundbeleuchtete Schwarz-Weiß-Display selbst ist 76 x 57 mm groß und auch im Sonnenlicht sehr gut ablesbar. Seine Position ermöglicht es dem Piloten, die Telemetrie-Anzeigen mit einem kurzen Blick nach unten zu erfassen. Die Bedienung der mehrsprachigen (natürlich auch in Deutsch) Menüführung erfolgt durch fünf unterhalb des Displays angebrachte Tasten sowie einem Drück-Dreh-Einsteller mit zwei weiteren Tasten am unteren rechten Gehäuseende, über die der größte Teil der Einstellungen erfolgt.

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Keine Experimente: Die Schalter wurden griffgünstig da angebracht, wo man sie erwartet.

Eine weitere Besonderheit der ds-16 sind die Knüppelaggregate, die vollständig aus Metall bestehen und deren Positionen von verschleißfreien Hallgebern erfasst werden. Die als Kreuz ausgeführten Trimmtaster (natürlich aus Alu) sind griffgünstig schräg unterhalb der Steuerknüppel angebracht worden. Dazu kommen zwei Drehschieber an den Gehäuseseiten und zwei Drehpotis zwischen den Steuerknüppeln. Mit fünf Zweistufen-, zwei Dreistufen- und einem Tastschalter (die Positionen können getauscht werden) verfügt die ds-16 über die für Handsender übliche Bestückung an den von anderen Fabrikaten gewohnten Plätzen. Alle Geber und Schalter sind sehr gut erreichbar.

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Wertigkeit, wo das Auge hinblickt: Die Verarbeitung der ds-16 ist ausgezeichnet. Beim Blick ins Innere erkennt man auch sehr gut, dass das Gehäuse aus dem Vollen
gearbeitet wurde.

Die mir gelieferte ds-16 war für Mode 1, also Gas/Pitch rechts konfiguriert. Im Gegensatz zu vielen anderen Sendern, wo man entweder nur eine Feder umhängt und eine Schraube zudreht oder die mechanische Auslegung alternativ auch gar nicht selbst wechseln kann, lassen sich bei der ds-16 die kompletten Knüppelmechaniken inklusive der hochpräzien Hallgeber austauschen. Die Anleitung dazu findet man im Handbuch. Da hierzu auch eine der Platinen im Innern gelöst und angehoben werden muss, gehört einiges an Fingerspitzengefühl dazu. Man sollte diese Arbeit also nur im äußersten Notfall selbst durchführen. Der »normale« Kunde wird seine Fernsteuerung aber ohnehin mit dem passenden Stickmode ordern.

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Die Steuerknüppelmechaniken bestehen vollständig aus Metall und sind acht- bzw. zehnfach kugelgelagert. Zusammen mit dem Hallgebern hat man es mit einer absolut verschleißfreien Einheit zu tun.

Mir gab dieser Umbau die Möglichkeit, einen genaueren Blick ins Innere der ds-16 zu werfen mit der Erkenntnis, dass dieser Sender durchaus auch für den Industrieeinsatz entworfen worden sein könnte. Während in den gängigen RC-Anlagen, die ich kenne – ganz unabhängig vom Preis übrigens – die Innereien mit Blechtreibschrauben an Kunststoffpfosten verschraubt werden, verwendet man bei Jeti beispielsweise ausschließlich Gewindeschrauben – meist mit Torx-Köpfen. Und an Stelle der Klebstoff-Pfropfen, die üblicherweise die Kabel in Position halten, werden Kabelklipse aus der Industrie eingesetzt. Die Verarbeitung ist einfach grandios und legt für mich die Messlatte auf ein neues Niveau.

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Die extrem sauber laufenden Steuerknüppel
sind selbstverständlich in Länge und Federhärte einstellbar Die kreuzförmig angeordneten Trimmtaster sind gut zu erreichen.

Die Knüppelaggregaten bestehen ebenfalls vollständig aus Aluminium bzw. Stahl und sind mit acht bzw. zehn Kugellagern bestückt – pro Achse drei und pro Feder-Mechanismus noch einmal zwei. Die Einstellung der Rückstellhärte erfolgt über Gewindestifte, die mit Schraubensicherung schwergängig gemacht sind, so dass sie sich im Betrieb nicht verstellen. Das Abtasten der Positionen übernehmen verschleißfreie Hallgeber. Neben der Einstellung von Knüppelhärte und -länge bietet die ds-16 auch die Möglichkeit, die kompletten Steuerknüppel-Aggregate im Sendergehäuse zu drehen, um so deren Steuerrichtungen an die Vorliebe des Piloten anzupassen, wie es auch Piloten der Multiplex-Evo-Sender kennen.

Mini-USB-Anschluss Gut, so etwas haben heute fast alle Fernsteuerungen. Um diesen bei anderen Herstellern zu nutzen, muss man allerdings immer auch eine spezifische Software auf dem Rechner installieren, was ich schon immer extrem unpraktisch fand. Jeti geht hier einen viel logischeren Weg: Verbindet man die ds-16 mit einem Computer, wird sie dort ganz einfach als USB-Stick erkannt. Die Dateien des Senders (wie beispielsweise Modellspeicher, Sprachdateien, Logfiles oder auch die Anleitungen) werden dann in den uns bekannten Ordnern angezeigt. So lassen sich bequem Modellspeicher kopieren, Sounds oder Updates einspielen, Logfiles auslesen – alles per Drag and Drop. So einfach kann das Leben sein… Ich habe übrigens spaßeshalber mal mit einem Texteditor einen Blick in eine Modelldatei geworfen. Hier stehen alle Daten im Klartext drin und könnten theoretisch auch mit einer (noch zu erstellenden) PC-Software bearbeitet werden.

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Auf der HF-Platine der ds-16 findet sich die Buchse »Con.B« zum Anschluss eines HF-Moduls eines Fremdfabrikats.

Akku und Laden
Die ds-16 ist mit einem Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 3.200 mAh ausgerüstet, was für bis zu elf Stunden Betriebszeit gut sein soll. Geladen wird über die übliche Ladebuchse, an die man ein Netzteil mit 5 bis 20 Volt Spannung und beliebiger Polung (so die Aussage des Distributors) anschließen kann. Hat man das beiliegende Steckernetzteil (12 V, 2 A) also mal nicht zur Hand, nimmt man einfach ein passendes Kabel und schließt es an eine passende Spannungsquelle an – fertig. Übrigens geht das sogar während des Betriebs. Eine weitere, eigentlich logische Lademöglichkeit ist der USB-Anschluss. Hierüber dauert das Laden zwar etwas länger, eröffnet aber umgekehrt auch wieder die Möglichkeit, sich überall auf der Welt ein Mini-USB-Kabel zu besorgen und die ds-16 dann an einer USB-Buchse des Rechners oder …

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Ausgabe 7/2013 des MFI Magazins.