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Der Schokoladen-Storch

Eingereicht

Fieseler Storch von Black Horse

Es gibt Flugzeuge, die in einem Modellflieger sofort den Wunsch erwecken, sie dem heimischen Hangar einzureihen, sobald man sie einmal live erlebt hat. So erging es Peter Dahm, als er einen Fieseler Fi-156 Storch auf einem Großflugtag in Bad Sassendorf-Lohne beobachtete. Auf der Suche nach einem geeigneten Modell fand er den Storch von Black Horse im Vertrieb von Pichler Modellbau.

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Unter den vielen tollen historischen Flugzeugen auf dem Großflugtag in Bad Sassendorf-Lohne fiel mir besonders ein Fieseler Storch auf, der einem Modellflugzeug gleich seine Platzrunden extrem langsam und vor allem sehr kleinräumig flog. Es schien, als würde er kaum die Platzgrenzen überfliegen und könnte auf der Stelle drehen. Die Landung war für mich besonders beeindruckend. Kaum hatte der Storch den Boden berührt, stand er auch schon. Diese Bilder ließen mich nicht mehr los und ich begann, nach Modellen und Bauplänen zu suchen. Es gibt eine große Anzahl von Modellen in unterschiedlichster Größe, aber keines wollte mir zusagen. Hauptsächlich missfiel mir die Militär­optik, Tarnlackierungen kommen für mich nicht in Frage. Also recherchierte ich im Netz zunächst einmal nach zivilen Störchen.

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Der probeweise zusammengesetzte Storch lässt die Dimensionen des fertigen Modells erahnen.

Irgendwann stieß ich auf eine Maschine, auf dem das Wort »Trumpf« auf dem Rumpf zu lesen war. Ein Schokoladenflieger – das wär’s doch, schoss durch den Kopf. Meine weiteren Recherchen ergaben folgendes Bild: Das gesamte Flugzeug war wohl bronzesilber lackiert, das Seitenleitwerk sowie der Trumpf-Schriftzug in Rot. Die Kennung schwarz und höchstwahrscheinlich war auf den Tragflächen das Schweizer Kreuz auf rotem Grund aufgebracht. Dies gefiel mir, aber auch die Tatsache, dass mit dem Original Bannerwerbung für Trumpf-Schogetten in der Schweiz und in Deutschland geflogen wurde. Es wäre wohl eine spannende Aufgabe, das im Modell umzusetzen.

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Die Teile des neuen Motorträgers.

Nun stand also schon einmal fest, wie das Modell aussehen würde. Nur woher das Modell nehmen? Da fiel mir eine Anzeige der Firma Pichler ins Auge. Ein Fieseler Storch mit 2,85 Spannweite und für Elektro-Antrieb vorbereitet Allerdings handelte es sich um ein Fast-Fertig-Modell mit Tarnanstrich der ehemaligen Luftwaffe. Das Tarnkleidchen könnte man ja ausziehen oder freundlich nachfragen, ob man das Model auch ohne Bespannung erhalten könnte. Kurzentschlossen wurde eine E-Mail  mit der Fragestellung losgeschickt, die prompt positiv beantwortet wurde.

Also sollte es ein Fast-fertig-Modell werden. Da ich ohnehin wenig Freizeit habe, konnte dies ein interessanter Weg zu einem individuellen Modell werden. Nachdem ich den übermannsgroßen Karton geöffnet und entleert hatte, war unser Wohnzimmer voll. Alle Teile machten einen tadellosen Eindruck, Größe und Umfang hatte ich allerdings leicht unterschätzt. Jedenfalls würde mein Bastelkeller nicht ausreichen, um dieses Modell aufzubauen. Nach kurzer Überlegung wurden alle Teile in das Büro getragen und der Arbeitstisch kurzerhand zum Bauhangar erklärt. Aber selbst hier wurde schnell klar, dass man bei 285 cm Spannweite durchaus von einem Großmodell sprechen kann.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Ausgabe 7/2016 des MFI Magazins.