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BD-5J – Die Power-Version mit Lambert Kolibri T30

Eingereicht

»Ich wollte nicht so lange warten und habe mir noch einen aus der ersten Serie besorgt. Im Gegensatz zur Impeller-Version wird er mit einer Kolibri-Turbine, Beleuchtung, Smoker und noch ein paar weiteren Gimmicks ausgestattet. James Bond hätte seine Freude daran.« So endete der Bericht über die BD-5J mit Wemotec-Impeller in der Dezember-MFI. Über die durchaus gute Bauausführung und den Lieferumfang, aber auch die Probleme des Black Horse-Modells war dort zu lesen. Offensichtlich hat aber das Positive deutlich überwogen – wie sonst hätte sich Markus Richter an einen Ausbau zum »High-End-Mini-Jet« wagen können?

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Von Anfang an war klar, dass die BD ein neues Finish (Bud Light) bekommen sollte. Sicher ist eine Folienbespannung die leichteste und schnellste Art, einem Modell zu einem ansehnlichen Äußeren zu verhelfen; aber ein bebügelter Holzrumpf hat meiner Ansicht nach so gar nichts mit High-End zu tun. Also den Heißluftföhn aus dem Schrank geholt und mal vorsichtig probiert, wie sich die Oracover-Folie entfernen lässt. Das klappte erstaunlich gut. Die an einigen wenigen Stellen verbliebene Kleber-/Farbschicht konnte sehr gut mit Aceton weggewischt werden. Nach relativ kurzer Zeit hatte ich einen sauber ausgeführten Rohbau vor mir. Es wird ja häufig über die Qualität fernöstlicher Erzeugnisse geschimpft, aber Black Horse hat hier gute Arbeit geleistet: Sie wissen, wie man Holz in Form bringt. Interessehalber habe ich die abgelöste Folie mal gewogen: Rund 150 g kamen da zusammen.

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Das »gestripte« Modell ohne Bügelfolie, Ansaugduct und Schubrohr. Allein die Folie brachte schon 150 Gramm auf die Waage. Darunter kam ein durchwegs sehr sauber gefertigter Rohbau zum Vorschein.

Da es sich bei Flächen und Höhenleitwerk um teilbeplankte Rippenkonstruktionen handelt, wurden diese mit roter Oracover bepannt. Ein nachträgliches Beplanken der offenen Bereiche incl. GfK-Beschichtung wäre doch recht aufwendig und schwer geworden. Beim Seitenleitwerk hielt der Hersteller eine kleine Fleißarbeit für mich bereit. Die leichte Bauausführung geht so weit, dass in die Beplankung viele ovale Löcher gelasert wurden.Diese galt es nun, mit kleinen Balsascheiben zu verschließen. Kleinere Fehlstellen wurden mit Balsaleichtspachtel gespachtelt.

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Auf diese Erleichterungbohrungen hätte der Autor gerne verzichtet: Sie mussten mühselig mit Balsascheiben verschlossen und nachträglich auch noch mit Balsaleichtspachtel verspachtelt werden.

Nachdem alles mit 220er Trockenschleifpapier behandelt war, habe ich 49 g-Gewebe mit 2K-Autoklarlack (Glasurit HS-Racing Clear 923-135 VOC; 2 : 1 gemischt mit kurzem Füllerhärter Glasurit 929-55) aufgebracht. Die einzelnen Gewebestücke wurden möglichst groß zugeschnitten, um Überlappungen zu vermeiden, trocken aufgelegt und mit Klarlack und einem Borstenpinsel »festgepinselt«. Überschüssigen Lack entfernt man am besten mit einem simplem Papier-Putztuch. Der Racing-Klarlack trocknet, wie der Name schon vermuten lässt, sehr schnell. Nach einem kurzen Zwischenschliff mit 220er Schleifpapier trug ich eine Mixtur aus 2K-Klarlack und Talkumpuder aus der Apotheke mit einem Pinsel auf. Mit einer relativ weichen Gummispachtel (gibt’s z. B. beim Autolackierer) wurde die sämige Masse sofort nach dem Aufpinseln vorsichtig »abgezogen«. Dabei wird einerseits der selbstgemachte Füller in die Pinholes (Microlöcher) gedrückt, andererseits überschüssiges Material entfernt. Mit dieser Methode lassen sich auf recht einfache Art und Weise die meisten dieser gefürchteten Pinholes verschließen.

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Das 49 g-Glasgewebe wurde mit 2K-Autoklarlack aufgebracht – damit erreicht man eine dauerhafte Verbindung zum Balsa. Der Untergrund muss dafür sauber mit feinem Schleifpapier geschliffen werden, außerdem sind etwaige Fehlstellen (Dellen, Löcher etc.) vor dem Beschichten zu verspachteln.

Nach einem weiteren Zwischenschliff (P220), der wegen des weißen, ungesunden Staubs unbedingt im Freien mit Staubmaske erfolgen sollte, wurde ein 2K-Füller (Glasurit HS-Grundfüller 285-505) gespritzt. Die erste Schicht färbe ich dabei immer mit ein paar Tropfen farbigem 2K-Autolack leicht ein. Das Ziel ist, möglichst viel Füller wieder runterzuschleifen, um Gewicht zu sparen, ohne ins Gewebe zu kommen. Sobald also die unterste, farbige Füllerschicht durchschimmert, muss mit dem Schleifen (P400 trocken) aufgehört werden. Tut man das nicht und schleift durch, muss nachgefüllert werden!

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Um für die Positionslampem bzw. deren Kühlkörper Platz zu schaffen, mußten die Landescheinwerfer mittels Distanzringen aus Holz etwas nach vorne verlegt werden. Im Bereich des Scheinwerfers wurde das Balsaholz mit Chromfolie beklebt.

Das war die unangenehme Pflicht, kommen wir nun zur Kür, dem Lackieren. Bei den einfarbig folierten Teilen (Flächen und Höhenleitwerk) war übrigens nicht viel Vorarbeit notwendig. Die Oberfläche wurde mit einem feinen Schleifpad von 3M (Scotch-Brite Handschleifpad grau) aufgeraut und mit Silikonentferner gereinigt; Scheifpapier eignet sich hier nicht zum Anschleifen. Vor dem Lack spritze ich sicherheitshalber noch einen 1K-Kunststoffhaftgrund (Glasurit 934-10) auf. Dieser wird dann nach einer kurzen Ablüftzeit ohne Zwischenschliff überlackiert. Dem 2K-Uni-Lack mische ich noch einige Prozent Weichmacher-Zusatz bei; das macht ihn elastischer und sorgt für einen schöneren Verlauf, also eine glattere Oberfläche.

Auf einen Klarlacküberzug verzichtete ich aus Gewichtsgründen. Sicher spürt man dann noch die Kanten der Streifen; das tut man aber auch bei den »echten« Flugzeugen, insofern stört mich das weniger. Die Beschriftung ließ ich mir von einem Freund plotten. Ich habe sie dann nass aufgebracht – etwas umständlicher, dafür aber in aller Regel blasenfrei. Wie man sieht, habe ich sehr viel Zeit ins …

Die entscheidende Frage
Ist der doch recht hohe zeitliche und finanzielle Aufwand für diesen relativ kleinen Flieger gerechtfertigt? Letztlich muss das jeder für sich entscheiden; ich jedoch kann die Frage mit einem klaren »Ja« beantworten. »Klein aber fein« trifft’s ganz gut. Die von Black Horse bzw. Pichler gelieferte Basis war gut, der Umbau hat (meistens) …

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Ausgabe 1/2015 des MFI Magazins.