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Airblade – Der Air-Racer von robbe

Eingereicht

Andreas Weiser kann es nicht schnell genug gehen. Wenn wir mit den Mountainbikes unterwegs sind, sehen wir von ihm meist nur eine Staubwolke. In der Luft ist das nicht viel anders. Da gilt seine Vorliebe – neben Nurflüglern – vor allem den schnellen, wendigen Air-Racern. Als er die ersten Fotos des Airblade sieht, ist für ihn sofort klar: Den will er haben. Nicht zu groß, passt voll aufgerüstet in den Kofferraum des Kombis – aber groß genug, dass er noch was davon hat, wenn er über den Platz kachelt. In Holzbauweise, mit Folie bespannt. Auch gut, endlich mal wieder ein richtiges Modell. ARF ist auch prima, denn dann ist er um so schneller damit in der Luft.

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So wird der Airblade von robbe geliefert. Auch Kleinteile sind im Lieferumfang enthalten. Sie sind von sehr guter Qualität und können bedenkenlos verwendet werden.

Lieferumfang und Fertigstellung
Rumpf, Tragflächen, Leitwerke und Ruder sind aus lasergeschnittenen Holzteilen, fertig gebaut. Alle Teile sind vom Hersteller schon mit glänzender Folie bespannt und mit Dekor versehen. Die Kabinenhaube ist tiefgezogen, deren Rahmen schon fertig lackiert. Die Bowdenzüge zur Anlenkung von Seiten- und Höhenruder sind bereits verlegt. Außerdem finden sich noch ein Radfahrwerk, die Einbauteile für den Brushless-Motor, diverse Kleinteile und eine ausführliche, bebilderte Bauanleitung im Karton. Benötigt werden, neben dem Antriebssatz mit Akku, noch der Spinner, eine Luftschraube, vier Servos und natürlich die Fernsteuerung.

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Für den Anlageneinbau steht viel Platz zur Verfügung.

Die Fertigstellung verläuft, wie bei einem ARF-Modell dieser Qualität nicht anders zu erwarten, problemlos. Der Vorfertigungsgrad ist sehr gut, die Bauausführung seitens des Herstellers sehr sauber. Sogar die Motorhaube passt saugend. Fabelhaft! Da sich robbe mit dem Airblade an erfahrene Piloten richtet, wollen wir zum Thema Bau keine unnötigen Worte verschwenden. Die Anleitung ist umfassend und gut verständlich. Man ist gut beraten, wenn man ihr folgt. Alle Angaben, auch die zum Schwerpunkt, sind stimmig.

Der Auf- bzw. Zusammenbau selbst? Reine Formsache für jemanden, dessen Horizont ein wenig über das des reinen Schaumstoff-Modelle-Zusammenstecken hinaus geht.

Nachdem alle Ruder eingestellt sind und der Schwerpunkt überprüft ist, kann es losgehen. Vorher wird noch der Regler programmiert und getestet. Im Stand ergeben sich 15 A bei Halbgas. Bei Volllast sind es ca. 70 A. Da wir uns in der Luft nicht auf die Werksangaben verlassen wollen, dürfen ein Telemetriesystem mit Sensoren für GPS und Spannung sowie ein FlightRecorder zur Datenaufzeichnung mitfliegen. Die aktuelle Flughöhe und Geschwindigkeit werden dabei in Echtzeit übertragen und von einem Copiloten abgelesen. Eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 180 km/h mit dem empfohlenen Antrieb verspricht uns robbe. Ob das klappt?

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Die Steigleistung mit dem empfohlenen Antriebsset liegt bei 50 m/s.

Flieger, grüß mir die Sonne!
Durch den voluminösen Rumpf sieht der Airblade trotz nur 132 cm Spannweite recht imposant aus. Auf jeden Fall wirkt er viel größer, als er tatsächlich ist. Für die RC-Anlage und den 5s-LiPo mit 5.000 mAh ist jedenfalls massig Platz.

Beim Start muss anfangs leicht mit dem Seitenruder gerade gehalten werden. Dann geht alles wie von selbst. Beschleunigen und abheben. Die Startphase kann man toll hinauszögern. Die Maschine rollt und rollt, hebt sehr flach ab, wie eine Große. Wer es richtig wild haben will, na der zieht halt mehr am Höhenruder und steigt steil weg zur Sonne.

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Über 200 km/h wurden im Horizontalflug vom GPS erfasst!

Unser Testmodell benötigte nur wenige kleine Trimmkorrekturen. Schon mit Halbgas fliegt der Airblade erfreulich flott; der Stromverbrauch liegt dann bei ca. 15 Ampere. Die Motorflugzeiten mit dem 5.000er LiPo sind so (fast) endlos. Wird der Gasknüppel abrupt nach vorn geschoben, steigt der Stromverbrauch kurzfristig auf 70 A an, geht aber sofort zurück. Mit einem 5.000er 5s-LiPo zieht der Motor aus den voll geladenen Zellen sogar etwas über 80 A! Eine Spannungsüberwachung mit Telemetrie ist also kein Luxus, sondern durchaus empfehlenswert. Es geht aber auch anders: Schon mit 4 – 5 A lässt sich der Airblade schön auf Höhe halten, ohne einen Strömungsabriss befürchten zu müssen. Man kann sich vorstellen, wie lang die Flugzeiten werden können. Für einen Racer ist dies allerdings kaum standesgemäß. Im Durchschnitt liegen die Flugzeiten, bei jeder Menge Turnerei, mit einem 5.000-mAh-LiPo bei ca. 15 bis 17 Minuten. …

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Ausgabe 11/2013 des MFI Magazins.

Fazit
Der Airblade von robbe ist ein wirklich schnelles Rennflugzeug. Das Modell ist sehr sauber konstruiert, die Bauausführung des ARF-Racers hervorragend. Mit dem vom Hersteller empfohlenen Antriebsset sind kurzfristig Geschwindigkeiten von über 200 km/h möglich. Wer diesen Top-Speed-Bereich allerdings länger als eine Minute je Flug genießen will, sollte sich nach Alternativen beim Antrieb umsehen.