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ElektroFlug – Sbach 342 mit Muskelaufbau fürs Fahrwerk

Eingereicht

Viele ARF-Modelle haben eine Achillesferse: das Fahrwerk. Mitunter reicht schon ein Stolperstein auf der Startbahn (und welche Startbahn hat schon Golfplatz-Qualität?), um das schöne Modell auf boshafte Art und Weise tiefer zu legen. Peter Dahm wollte mit seiner Sbach von Goldwing gar nicht erst in die Verlegenheit kommen und hat vorbeugend eingegriffen. Sein Beitrag ist somit nicht nur ein Erfahrungsbericht über das über die Firma Gonav zu beziehende Modell, sondern im Prinzip auf ähnlich ausgelegte Konstruktionen übertragbar!

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Manchmal kann man ja die verschiedenen Hobbys miteinander verbinden.  Mittlerweile ist es mir zur Gewohnheit geworden bei kleineren Motorradtouren benachbarte Modellflugplätze aufzusuchen, um dort meine Neugier zu befriedigen. Bei einem dieser Aufenthalte konnte ich Zeuge einer alltäglichen Szene auf einem Modellflugplatz werden, über die ich auf der Rückfahrt ausgiebig nachdachte:

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Das Modell zum ersten Mal zusamengesteckt.

Eine kleine Extra brach sich nach einer eigentlich geglückten Landung offensichtlich an einem Maulwurfshaufen beide Beine ab. Das anschließende Gelächter der Clubkollegen setzte schon ein, bevor das Modell auf seiner Unterseite weiterrutschend zum Stehen kam. Nachdem sein Besitzer das Modell samt abgebrochenem Fahrwerk geborgen hatte, konnte ich auch aus der Entfernung sehen, dass die Fahrwerksbeine samt Brett und einigen dünnen Spantenresten abgerissen waren. Auch der Akku hatte auf seinem Weg durchs Modell so einiges abgerissen oder durchbrochen. Kein Einzelfall, wenn man den verschiedenen Beiträgen in Internetforen Glauben schenken darf.

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Skizze zur theoretischen Betrachtung.

Da ich gerade auf ein neues Modell warten musste, dachte ich darüber nach, wie ich diese Art von Schäden vermeiden könnte, denn auch mein heimischer Platz ist eine schöne Spielwiese für Maulwürfe. Nicht immer hat man Lust, vor dem Flugbeginn mit einer Schaufel die Hügel zu entfernen, und vertraut lieber auf sein Glück, einen solchen nicht zu treffen. So machte ich mir Gedanken über die Verteilung der Masse in einem Flugmodell. Da ich im Moment nur elektrisch betriebene Modelle einsetze, stellt sich die Gewichtsverteilung wie folgt dar: Bei einem ungefähren Gesamtgewicht von 2.500 g entfallen ca. 500 g auf den E-Motor, ca. 650 g auf den Antriebsakku und rund 200 g auf Regler und Luftschraube. Also ungefähr die Hälfte des Gesamtgewichts geht auf die Antriebselemente.

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Anpassen der Schablone an die Gegebenheiten im Rumpf.

Klar, dass die im Falle eines abrupten Lastwechsels (wie eben durch einen im Weg stehender Maulwurfshügel) große Kräfte ins Modell übertragen werden. Diese Kräfte können im schlimmsten Fall dazu führen, dass der Motor samt Halterung aus dem Modell bricht oder eben das Fahrwerk samt Halterung am Maulwurfshügel hängen bleibt, während der Rest des Modells munter weiter rutscht (für Zuschauer am Platz oder als Filmchen auf Youtube ein durchaus willkommener Anlass zur Freude). Meine Überlegungen führten nun dazu, dieses Dreieck zwischen Motor, Akku und Fahrwerk durch Einbau zusätzlicher Träger so zu verstärken, dass zumindestens leichtere Hindernisse ohne Schaden überstanden werden können. So erst mal die Theorie.

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Der Rumpf mit allen Einbauten; die »nachoperierten« Teile passen wie aus einem Guss.

Endlich war es dann soweit, und ein überraschend handliches Paket wurde bei uns abgegeben; Inhalt: die Sbach von Gonav: Voller Eifer wurden alle Teile begutachtet und natürlich probehalber zusammengesteckt. Der erste Eindruck konnte voll überzeugen. Alles war sauber und faltenfrei bebügelt. Die Haube passte perfekt, und auch das beigelegte Zubehör war umfassend und von augenscheinlich guter Qualität. Eilige können dieses Modell bestimmt an einem Wochenende fertigstellen – ich jedoch wollte mir Zeit nehmen, meine Theorien in die Praxis umzusetzen.

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Der »Röntgenblick« durch die Motorhaube auf den Motorhalter. Auch hier weist nichts auf den operativen Eingriff hin – alles wirkt wie original aus dem Bausatz.

Zunächst inspizierte ich den Rumpf von Innen, was durch die große abnehmbare Haube auch einfach zu bewerkstelligen war. Zwischen Motorspant und dem Ende der Haube ist alles gut zugänglich. Ich überprüfte alle Verklebungen, stellte aber nirgendwo ein Defizit fest. Das Brett der Fahrwerkshalterung ist gut dimensioniert, jedoch die dem Ganzen Halt gebenden Spanten und Verstrebungen sind recht dünn und wirken ein wenig verletzlich. Es handelt sich eben um eine Kunstflugmaschine und keinen Agrarflieger. Ich benötige aber einen robusten alltagstauglichen Feierabendflieger, der schon mal was wegstecken muss.

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Eine etwas unübliche, aber durchaus patente Art der Aufbewahrung: Das Modell wird am Steckungsrohr in eine Wandhalterung »gestellt«.

Hinzu kommt, dass viele der angebotenen Modelle dieser Größe eigentlich für Verbrennerantriebe und somit für die anderen Gegebenheiten der Elektrofliegerei nicht optimal konstruiert sind. Der Motorspant ist immer zu kurz und muss irgendwie bis zum E-Motor überbrückt werden. Der Sbach lagen hier ein paar Sperrholzteile bei, die zusammengepuzzelt eine Verlängerung der Motorhalterung darstellen sollten – für meinen vorgesehenen Antrieb allerdings immer noch zur kurz waren, weswegen ich die Teile in die Restekiste legte, um später das Problem anders zu lösen. Erst mal galt es, den Antriebsakku in den Rumpf zu schieben. Aber wie ich es auch versuchte, eine Querverbindung der beiden Rumpfseiten war immer im Weg. Hier musste der Weg also freigeräumt werden. Die genaue Position des Akkus konnte zu diesem Zeitpunkt nur erahnt werden. Die eigentlichen Bauarbeiten begannen mit dem Ermitteln der Abstände zwischen Fahrwerk, Motorspant und Steckungsrohr. Meine Überlegungen führten dann zu folgenden Arbeitsschritten:

Zwei zusätzliche Sperrholzbretter bringen eine kraftschlüssige Verbindung zwischen Fahrwerksbrett und Steckungsrohr, zwei weitere Bretter schaffen eine Verbindung zischen Motorspant und Fahrwerksbrett. Diese wenigen Holzteile sollten nach der Fertigstellung folgende Aufgaben erfüllen:

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Ausgabe 9/2013 des MFI Magazins.

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