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Extra 300 & DLE 60 Boxer – Die 30-Prozent-Maschine von Pilot RC

Eingereicht

Ganz verwegene Gemüter mögen die EA 300 vielleicht schon als Oldie bezeichnen. Dem sei an dieser Stelle aber heftig widersprochen, und das aus gutem Grund: Es gibt in der manntragenden Fliegerei zwar modernere Konstruktionen, die zwischenzeitlich auch den Modellflug-Bereich dominieren. Fliegerisch allerdings kann denen die »gute alte 300« durchaus Paroli bieten – und vielleicht sogar ein bisschen mehr. Peter Wessels beschreibt im Folgenden am Beispiel der 224 Zentimeter spannenden Maschine von Pilot RC, warum das so ist und was speziell dieses Modell drauf hat!

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Ein wenig Background
Die Extra 300 wurde 1988 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt, und ich kann mich noch gut an den Erstflug Anfang Mai erinnern. Damals liefen meine ersten Vorbereitungen für das TOC 1990, und da ich nur wenige Minuten von Extra Flugzeugbau wohne, konnte ich dort immer wieder erscheinen und wichtige Infos erhalten.

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Einbau des DLE 60 Twin mit dem Krümmer/Dämpfer-System von MTW.

Der Hauptunterschied zum Vorgänger Extra 260 war, dass es sich zum einen bei der Extra 300 um einen Doppelsitzer handelt und beim Bau erstmalig Faserverbundwerkstoffe zum Einsatz kamen. Die ersten Erfolge zeigten, dass auch ein Doppelsitzer voll konkurrenzfähig ist. So erreichte Eric Müller auf der Kunstflug-WM 1988 in Kanada Platz 1 in der Unbekannten. Auf der EM 1991 waren alleine sieben Extra 300 am Start. Und zwischen 1991 und 1994 wurden alle deutsche Meistertitel mit einer Extra 300 errungen.

Später kam die abgewandelte Version namens 300L. Der Zusatz L steht für Low Wing, der Flügel saß also tiefer als bei der 300. Es folgten Extra 300S, 200, 300 LP, 330 LT, 330 LX und die Red Bull Air Race-Versionen bis hin zur aktuellen 330 SC.

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Der Mitteldecker Extra 300 hat aber in Modellflugkreisen nie seinen Reiz verloren; man schaue sich nur die Erfolge von Mark Leseberg mit der Dalton Extra 300 (mehrfacher TAS-Sieger) oder die von Wolfgang Krahofer mit der ExtremeFlight Extra 300 an. Warum aber steht die »alte« EA 300 bei Modellfliegern nach so vielen Jahren immer noch so hoch im Kurs? Die Antworten sind sehr simpel:

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Im Bereich unter der Kabinenhaube sind auch die genannten PowerBox-Akkus untergebracht.

Die Mitteldeckerkonfiguration bietet für Modellflieger absolute Vorteile, da die Achsverteilung optimal ist. Motor, Flügel und Leitwerk liegen quasi auf einer Linie; und da die Modellflieger die manntragenden Modelle im Wettbewerbsbereich innerhalb der Regelvorschriften leicht abändern dürfen, wird das Höhenruder leicht nach unten geschoben, und schon hat die Extra 300 eine reinrassige F3A-Auslegungen. Dies bedeutet, dass ein solches Modellflugzeug nahezu keinen Mischer Seite auf Höhe/Tiefe braucht und optimale Flugeigenschaften hat. Bei der aktuellen 330SC sitzt der Flügel viel weiter unten; man hat fast einen Tiefdecker, und dementsprechend »biegt« so ein Modell im Messerflug mehr ab. Folge: Wir Modellflieger benötigen hier immer etliche Prozent Beimischung Seite auf Höhe. Ferner bietet die 300 aufgrund der Doppelsitzerkonfiguration (= lange Haube) bessere Trageigenschaften im Messerflug als eine 330SC. Die deutlich längere und weiter nach vorn führende Haube der 300 ist eben gerade für Modellflugbelange von Vorteil.

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Beim Einsatz des Boxers sind Ausschnitte für die Kerzenstecker (noch) unvermeidbar.

Das RC-Modell
In den zurückliegenden Jahren hatte ich bereits etliche Pilot RC-Modelle in der Hand, so die 2,2 m große Extra 260 als auch die 2,7 m große Extra 330SC. Da beide Modelle voll überzeugen konnten, wurde nun eine Extra 300 mit 224 cm Spannweite in Angriff genommen. Der europäische Importeur ist die Firma Bao RC Shop (www.baorcshop24.com). Es handelt sich um eine Balsa-Sperrholz-Konstruktion, bebügelt mit Oracover-Markenfolie. Der Preis für den ARF-Bausatz liegt bei 599 Euro.

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Abluftöffnungen an der Rumpfunterseite sorgen für klimatisch günstige Verhältnisse.

Schon beim Auspacken sind die Dimensionen erkennbar; die Extra wirkt größer als viele andere Nachbauten in dieser Größenordnung; kein Wunder, denn auch das Original war ein gewaltiger Brocken. Alles ist sauber verpackt und für den Transport gesichert, jedes Teil eigens in Folie eingeschlagen. Die Bügelqualität ist hervorragend, die Vorfertigung enorm hoch; so ist die Kabinenhaube fertig montiert, die Tragflächen- und Höhenruderhälften passen spaltfrei an den Rumpf, alle Ruderklappen sind fertig angeschlagen und die Scharniere nicht nur fertig eingeklebt, sondern sogar von Haus aus verstiftet!

Die Höhenruder werden seitlich über vier Inbusschrauben befestigt, die Flügel über zwei Kunststoffschrauben. Beim Seitenruder hat der Hersteller mitgedacht. Zwar sind auch hier die Scharniere eingeklebt, aber mittels eines Drahts kann das riesige Seitenruder für den Transport abgenommen werden. Die Ruder werden mit GfK-Doppelruderhörnern angelenkt; die Anlenkgestänge mit Kugelköpfen sind ebenfalls im Lieferumfang. Die mitgelieferten Zubehörteile sind hochwertig und dazu übersichtlich in einzelnen Beuteln eingeschweißt. Lobend auch, dass sogar Ersatzfolie in allen Farben beiliegt. …

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Ausgabe 2/2014 des MFI Magazins.

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