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BMG-80 Pichlers …

Eingereicht

… neues Getriebe auf dem Prüfstand

Als Pichler vor zwei Jahren das Getriebe BMG-80 ankündigte, war das Interesse unseres Autoren Detlef Esser geweckt. Das BMG-80 ist in vier Abstufungen von 1 : 1,2, 1 : 1,4, 1 : 1,6 und 1 : 1,8 für die jeweiligen Boost-Motoren 120, 140, 160 und 180 lieferbar. Hier ging Gründlichkeit vor Schnelligkeit und das ist immer ein guter Ansatz. Dank der verschiedenen Untersetzungsverhältnisse ist hier eine hohe Flexibilität gegeben, die größere Möglichkeiten für den Anwender bieten. Das Kürzel BMG steht vermutlich für Boost Motor Getriebe, die Zahl 80 weist auf den Motordurchmesser hin.

P1020834Pichler Modellbau hat sehr früh erkannt, welches Potential im Außenläuferkonzept steckt. Wenn man einmal von LRK und sonstigen Selbstbaumotoren absieht, war Pichler im Jahr 2005 einer der ersten Anbieter von industriell gefertigten bürstenlosen Aussenläufern in Deutschland. Zu dieser Zeit galt der Innenläufer noch als Maß aller Dinge und der Außenläufer mit seinem rotierenden Mantel wurde oftmals belächelt. Anstatt einfach nur Motoren zuzukaufen, befasste man sich bei Pichler von Anfang an mit der Gestaltung und Konstruktion und setzte dies in den hauseigenen Motoren um. So ist auch die Motorenserie Boost 120 bis 180 eine Entwicklung aus dem Hause Pichler, entwickelt von Modellbauern für Modellbauer.

Ein Blick zurück
eine ersten Erfahrungen mit Getriebeantrieben sammelte ich Anfang der 1980er Jahre mit dem legendären Webra Bully mit 35 ccm Hubraum und einem dafür gebauten Zahnriemengetriebe. Doch auch an großen Propellern fehlte es seinerzeit, und so hat man sich die großen Latten einfach selbst »geschnitzt«. Übrigens, Getriebelösungen gibt es heute noch für die große Tiger Moth und Sopwith Pup von Toni Clark.

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Die dreifach gelagerte Abtriebswelle wird mittig nochmals abgefangen

Was seinerzeit ausschließlich mit Verbrennern zu bewerkstelligen war, geht heute grundsätzlich auch elektrisch. Motoren, Regler und auch die LiPo-Technologie haben derart große Fortschritte gemacht, dass die Begriffe Elektroflug und Leistung sehr gut zusammenpassen. Einziges Problem bleibt wie bei den E-Autos die Reichweite, sprich Flugzeit. Die Ladetechnik ist vorhanden, jedoch ist die Autobatterie als Energiespender der LiPos für höhere Leistungen nicht brauchbar. Es braucht also einen Netzanschluss am Modellflugplatz – und den haben die wenigsten von uns. Um zu moderaten Kosten und ebenso moderaten Strömen zu genauso moderaten Flugzeiten zu kommen, wohlgemerkt bei ansprechender Leistung, ist ein Getriebe Mittel erster Wahl. Kurz noch ein Wort zu den Kosten: Bei geschickter Auswahl der Einzelkomponenten ist ein Elektroantrieb nicht mehr unbedingt teurer als ein gleichwertiger Verbrenner, ich spreche hier bereits von Bereichen ab 5 kW Eingangsleistung.

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Hier ist der Aufbau des Getriebes gut zu betrachten, der Zahnriemen läuft pefekt mittig und kraftschlüssig

Das Getriebe BMG-80
Das BMG-80 ist sauber gefertigt, die Front- und Rückplatte aus 6 mm starkem Aluminium während die Seitenteile aus 3 mm-CfK gefertigt sind. Die Abtriebswelle besteht aus 12 mm-Stahl und ist dreifach kugelgelagert, mittig nochmals abgefangen und ist ausreichend stabil. Das Abtriebsritzel ist keilgesichert, zweifach gegen Verrutschen gesichert und zusätzlich geklebt. Die Propellerbefestigung ist besonders erwähnenswert, sie ist sowohl auf der Propellerrückseite als auch auf der Befestigungsseite mit Konen versehen. Diese sind massiv genug und durch Kontern der Muttern eine absolut mechanisch toll gelöste und vor allem sichere Sache. Die Montage des vorgesehenen Motors ist nach dem Anschrauben des Motorritzels und dem Einfädeln in den Zahnriemen zügig erledigt und benötigt auch kein besonderes Werkzeug.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Ausgabe 12/2017 des MFI Magazins.