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Piegusek – Gebaut nach dem Bauplan …

Eingereicht

… aus dem MSV-Programm

Als ich in der MFI 11/1983 blätterte und auf die Vorstellung des Bauplans Piegusek stieß, schrieb Autor Wietold Belina, dass der Name »Piegusek« aus dem Polnischen stammt und ein Kind mit Sommersprossen beschreibt. Vor meinem geistigen Auge sah ich mich als Jungen mit einem Segelflugmodell auf einer sommerlichen Wiese, denn schon als Kind baute ich mein erstes Segelflugmodell von einem Bauplan. Da mir der in der MFI 5/2016 vorgestellte Knilch so viel Freude bereitet hat,

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musste ich nicht lange überlegen, den Piegusek zu bauen. Der Segler ist ein wenig kleiner als der Knilch, während der Knilch ein Profil aus der Hand des Ungarn Benedek hat, kommt der Piegusek mit einem Eppler 174 daher.

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Nach kurzer Zeit liegen die Bauteile für den Flügelbau bereit.

Da ich sehr gerne baue, kam mir der Piegusek sehr schön entgegen, denn das Höhenleitwerk wird nicht einfach als Brett, sondern in Rippenbauweise aufgebaut. Für mich hat der Modellbau vom Bauplan eine besondere Stellung. Das Erfolgserlebnis, ein Projekt von einem Blatt Papier praktisch aus dem Nichts zu starten und am Ende ein tolles Modell in der Hand zu haben, ist unvergleichlich. Durch die Beschäftigung mit Bauplänen steigt das Fachwissen und man eignet sich wichtige Kenntnisse an, die unmittelbar bei den Eigenkonstruktionen verwertet werden können. Vom Bauplan zum Eigenbau ist es nämlich nur noch ein klitzekleiner Schritt.

Es ging also los mit dem Anfertigen der Bauteile für den Aufbau der Tragfläche und des Leitwerks. Aus Federstahlstangen wurden die Flügelverbinder erstellt, Trinkhalme dienen als Führungsrohr. Ich habe ausschließlich Balsarippen verwendet, auf Sperrholz habe ich verzichtet, weil ich sicher und bruchfrei fliegen kann und auch Hochstart hatte ich nicht vor. Da ich recht hartes Balsaholz für die Rippen zur Verfügung hatte, reicht mir die Festigkeit des Flügels und insbesondere der Steckungsaufnahme aus. Wer noch ungeübt ist und hin und wieder eine Landung vergeigt, sollte die Rippen der Steckungsaufnahme aus Sperrholz fertigen und Messingrohre als Steckungsrohre verwenden. Dies gilt auch für die Kollegen, die den Hochstart ins Auge fassen.

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Die Rumpfseitenteile mit bereits gesetzten Rumpfspanten und Eckverstärkungen (Rumpfgurte).

Die Tragfläche ist nur vorne oben beplankt, womit in diesem wichtigen Bereich eine hohe Profilgüte erreicht wird. Da die Flügelrippen außer denen im Außenflügel gleich sind, kann man eine Rippe als Schablone anfertigen. Mit dieser werden die anderen mit einem scharfen Balsa- oder Teppichmesser ausgeschnitten. Im Anschluss werden sie zu einem Block zusammengefasst und geschliffen, damit sie schön gleich sind. Statt eines 25 g-Balsabretts habe ich ein 49 g-Brett verwendet, das bisschen Mehrgewicht fällt dank der heutigen leichten RC-Komponenten nicht auf, dafür sind die doch recht filigranen Rippen sehr stabil, was für die Bearbeitung des Flügels von Vorteil ist. Mit einer Säge wurden die Einschnitte für die Holmaufnahmen gesägt. Man muss nur die beiden lotrechten Schnitte sägen, das im Bereich der Holmposition zu entfernende Balsaholzstück zwischen den Sägeschnitten kann man leicht abbrechen, denn die Maserung läuft rechtwinklig.

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Der Enya Quicky 09 mit dem mehr-lagig aufgebauten Motorträger.

Der Bauplan gibt an, dass man vorne ein recht dickes Balsabrett einbauen soll, das eine Art Hilfsholm und Nasenleiste in Personalunion darstellt. Um Gewicht und Schleifarbeit zu sparen, habe ich die Rippen so geändert, dass eine ganz normale Nasenleiste gegen diese geklebt wird. Damals wurden Flügel stabiler konstruiert, da Folie als Bespannmaterial nicht zur Verfügung stand. Durch heutige Kunststoff-Folien erhält ein Flügel eine sehr hohe Torsionssteifigkeit gegenüber dem damals üblichen Bespannpapier.

Das Höhenleitwerk hat ein Clark Y-Profil und wird im Grund wie eine Tragfläche aufgebaut. Auch hier habe ich statt eines massiven Brettchens eine normale Nasenleiste eingebaut. Das Höhenleitwerk kann abnehmbar ausgeführt werden, das kommt dem Rucksacktransport sehr entgegen. Ich habe es aber angeklebt, da der Modelltransport aufgrund sehr kurzer Wege bei mir kein Problem darstellt. Interessant finde ich, dass der Konstrukteur ein Höhenleitwerk konstruiert hat, das Auftrieb erzeugt. Es ist im Grund ein kleiner Flügel und hat daher eine deutliche Streckung, damit der induzierte Widerstand nicht zu groß wird.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Ausgabe 1/2017 des MFI Magazins.

 

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