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RED Bull Edge 540

Eingereicht

Die Firma Flitework hat eine ganze Reihe von Flugzeugen im Design des Energy-Drink-Herstellers Red Bull im Programm. Mit 170 cm Spannweite liegt die als ARF-Modell in Holzbauweise erstellte Edge 540 im oberen Bereich der Größenskala. In Sachen Kunstflug hat sie das Bestreben, an die Erfolge des manntragenden Vorbilds anzuknüpfen. Als jahrelanger Modellkunstflieger und aktiver Punktrichter in F3A hat unser Autor Dieter Perkuhn sicherlich die Erfahrung zu beurteilen, ob sie dieses hoch gesteckte Ziel erreicht.

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Die Edge 540 wurde vom amerikanischen Hersteller Zivko speziell für Kunstflug konstruiert und gebaut. Seit Mitte der 1990er Jahre errangen viele Piloten in der offenen Kunstflugklasse wie auch bei den Red Bull Air Races den Sieg auf einer Edge aufgrund ihrer hervorragenden Flugleistungen. Sie ist im Vergleich zu ihrem Hauptkonkurrenten, der deutschen Extra 300, mit demselben Motor um 100 kg leichter. Die Zahl 540 im Typennamen zeigt an, dass der Sechszylinder-Boxermotor 540 Kubikzoll, entsprechend 8.873 ccm Hubraum hat.

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Revell empfiehlt seine Tactic-Servos TSX 45 aus dem Hobbico-Programm, die mit ihrem Metallgetriebe einen robusten Eindruck machen.

Das Erscheinungsbild, die Proportionen und nicht zuletzt der hervorragende Ruf dieser Kunstflugmaschine riefen eine beträchtliche Anzahl Hersteller von Modellflugzeugen auf den Plan. Wir Modellflieger profitieren von dieser Entwicklung in der Weise, dass eine grosse Auswahl an Edge 540-Modellen angeboten wird. Insbesondere die Ausführung mit dem auffälligen Red Bull-Design ist besonders häufig anzutreffen. So produziert die Firma Flitework in Gallsbach/Österreich zehn Modelle mit diesem Finish, darunter eine Edge 540 mit 1.060 mm Spannweite (siehe MFI 8/2013), eine mit 1.200 mm Spannweite und eine mit 1.700 mm Spannweite (Gegenstand dieses Berichts). Den weltweiten Vertrieb hat Revell/Hobbico übernommen.

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Der Rumpf ist mehr als geräumig, so dass die Einbauarbeiten keine Herausvorderungen stellen.

Schon bei der Beschäftigung mit der kleinen Edge 540 habe ich staunend erfahren, dass eine Modellbaufirma keinesfalls nach eigenem Belieben ein Red Bull-Design auf ein Modell aufbringen darf. Vielmehr achtet Red Bull streng darauf, dass eine Lizenz erteilt wird und seine Vorgaben genau eingehalten werden. Dadurch ist der Aufwand fürs Finish ziemlich groß, weil sehr genau gearbeitet werden muss. Das komplette Design ist auf die Bespannfolie aufgedruckt.

Flitework liefert ARF-Modelle. Somit ist auch die große Edge 540 almost ready to fly – fast fertig zum Fliegen. Der Bau ist eher eine Montage von Fertigteilen – kleben, schleifen, sägen und sonstige Modellbau-typische Aktivitäten sind nicht nötig. Das Modell ist nach wenigen Abenden flugfertig. Allein der Einbau des Motors ist, wie eigentlich bei allen Modellen mit großer Motorhaube, eine anspruchsvolle Aufgabe, sofern man den Ehrgeiz hat, dass der Spinner schön mittig sitzt und einen gleichmäßigen Spalt zur Haube hat. Das gelingt hier gut, weil Motorsturz und Seitenzug korrekt in die Motorhaube eingearbeitet sind.

Die Kabinenhaube ist als Rumpfabdeckung ausgebildet. Sie erhält ihren festen Sitz durch zwei Halterungen vorne im Motorspant und hinten durch einen Schnappverschluss. Sie ist ohne Werkzeug ab- und aufsetzbar und gestattet komfortables Arbeiten

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Die vier Motoren, die als Antriebs-Alternativen getestet wurden.

Alle Einzelteile der Edge 540 sind sehr präzise gefertigt, so dass sie ohne Nacharbeit passen. Sie sind im Schadensfall als Ersatzteil erhältlich. Tragflächen und Höhenleitwerke sind an den Rumpf gesteckt und mit Schrauben gesichert, die Steckungsrohre sind aus Kohlefasern gefertigt und extrem leicht. Überhaupt hat man sich viel Mühe gemacht beim Gewichtsparen mit dem Ergebnis, dass die beiden von mir aufgebauten Exemplare flugfertig 3.925 g und 3.805 g wiegen. Der Unterschied wird von den Anbauteilen der Motoren verursacht, die sechszelligen Flugakkus wiegen beide 660 g.

Das sehr massive Alufahrwerk fällt da etwas aus dem Rahmen. Wäre es aus Kohlefasern gefertigt, könnte man noch etliche Gramm sparen, müsste aber einiges an Geld drauflegen. Ich bin mit dem Gewicht sehr zufrieden, die Flugleistungen sind entsprechend beeindruckend.

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Insgesamt wurden zehn Propeller getestet, hier die fünf Kandidaten aus Graupners E-Prop-Serie .

Zum Fahrwerk gehören die Radschuhe. Ich bin eigentlich selten zufrieden mit der Art und Weise, wie bei den meisten Bausatzmodellen die Radschuhe befestigt werden. Auch bei dieser Edge trifft das zu. Bei beiden Modellen würden bei der vorgesehenen Befestigungsart die Radschuhe seitlich extrem stark nach oben verdreht erscheinen, weil sie dort, wo sie am Alufahrwerk anliegen, keine ebene Fläche haben, sondern ballig gerundet sind. Das sieht dann aus, als wäre die Edge ein paarmal heftig mit dem Fahrwerk aufgeschlagen. Mit konischen Ausgleichscheiben und allerlei Anpassarbeiten wurden die Radschuhe solide befestigt und sehen nun recht ansprechend aus.

Der Hersteller hat eine zusätzliche Schraube vorgesehen, die verhindern soll, dass sich der Radschuh auf der Radachse verdreht. Ich vertrete einen anderen Standpunkt und lasse diese Schraube weg, damit sich der Radschuh auf der Radachse bei leichten Berührungen mit einem Hindernis, z. B. beim Ein- und Ausladen aus dem Auto, verdrehen kann. Bei einer heftigen Berührung, etwa bei einer weniger schönen Landung, verdreht er sich vielleicht ziemlich stark, bleibt aber unbeschädigt und ist schnell wieder in die richtige Position gebracht. Wird bei montierter Sicherungsschraube eine gewisse Grenze überschritten, sind Beschädigungen am Radschuh unvermeidlich. Aber das sollte jeder nach eigenem Gutdünken machen.

 

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Ausgabe 4/2015 des MFI Magazins.