Pure Power der Junsi iCharger 4010 Duo

Im Grunde ist dieser Power-Lader von Junsi bereits seit Ende vergangenen Jahres auf dem Markt. Erste Erfahrungen machten jedoch einige Updates notwendig, bis alles in den sprichwörtlich trockenen Tüchern war. Das ist nun der Fall – und das 4010 punktet mit Ladeleistungen, die ihresgleichen suchen!

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Das 4010 DUO kommt relativ schlicht daher, wirkt fast ein bisschen »retro«; das TFT-LCD-Display ist bis zu 90° rastend klappbar.

Bereits im Dezember 2012 erreichte mich ein neues Junsi-Powerladegerät mit fulminanten Leistungsdaten: der iCharger 4010 Duo. Seitdem konnten in den einschlägigen Foren die von zahlreichen Usern in Europa und Übersee gemachten Erfahrungen, erkannten Mängel, Software-Fehler und Verbesserungsvorschläge verfolgt werden, die von Junsi permanent umgesetzt wurden und letztendlich im April 2013 zur finalen Firmware-Version 2.04 geführt haben.

Ein Ladegerät mit diesen Leistungsdaten (siehe Kasten), Programminhalten und neuen Features hat es bislang noch nicht gegeben. Versuchen wir also, uns einmal so kompakt wie möglich dem zu nähern, was der Junsi iCharger 4010 Duo kann.

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Damit der Lader seine ganze Performance ausspielen kann, ist eine kräftige Stromquelle notwendig; der Autor setzt auf das Chargery S1500.

Powernetzteil
Wie jeder andere Hochleistungs-Ladecomputer steht und fällt die gesamte Leistungsperformance mit einem leistungsfähigen Schaltnetzteil, das hohe Ströme und eine stabile Spannungslage für einen sicheren Betrieb liefern kann. Ich verwende hier daher ein Chargery S1500 mit einer maximalen Leistung von 1.500 W, 25 V Output und Strömen bis zu 60 A.

Allgemeines
Beim Gehäusedesign ist Junsi noch nicht so ganz im 21. Jahrhundert angekommen. Mich erinnert das ein wenig an das Industriedesign der 1960er und 70er Jahre – doch der Funktionalität tut das keinerlei Abbruch. Kritik bekommt nur der Multifunktionsgeber (MFG, drehen/drücken), der sich viel zu leichtgängig dreht, was beim Drücken oft zu Fehleingaben führt.

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Das ist das komplette mitgelieferte Zubehör des 4010 DUO.

Das mitgelieferte Zubehör mit allen Anschlusskabeln, Balancerkontaktboards, USB-Kabel und Mini-CD-ROM mit Handbuch, Soft- und Firmware kann man nur als komplett bezeichnen. Die selbstklebenden Antislip-Rubber-Feet unbedingt unter die Fußpunkte des Gehäuses kleben, da das 4010 Duo sonst bei jeder Berührung auf harten Unterlagen herumrutscht.

Display
Das hoch auflösende TFT-LC-Farbdisplay ist super scharf und sehr gut abzulesen. Durch den wählbaren Neigungswinkel lassen sich störende Reflexionen gut ausblenden. Angezeigt bzw. abgelesen werden können Akkutyp, Timer, Stromstärke, Ausgangsspannung, Leistung, Kapazität, Innenwiderstand der Zellen, des Akkus und der Anschlusskabel, Kanal-Temperatur, Status des Ladegeräts, Eingangsspannung, Stromaufnahme und viele weitere optionale Infos.

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An der Frontseite befinden sich die Ladeausgänge nebst Balanceranschlüssen sowie optionale Steckbuchsen für Temperatursensoren.

Technisches
Das Gehäuse des 4010 Duo ist sehr stabil, Ober- und Unterschale sind miteinander verschraubt. Das Hochstrom-Anschlusskabel ist mit 10 AWG ausreichend bemessen und 76 cm lang. Der innere Aufbau mit einem großen raumfüllenden Kühlkörper und die Platinenbestückung sind professionell ausgeführt. Die Möglichkeit zu einem Firmware-Update lässt Raum für Verbesserungen und neue Features.

Bedienung, Menüstrukturen
Drückt man nach dem Erscheinen des Startbildschirms innerhalb 5 Sekunden kurz die Tab/Sys-Taste, kann die Art der Eingangsstromquelle bestimmt werden, also Power-Netzteil oder Akku (Bild 1). Ist das geschehen, wechselt man mit einem langen Druck auf Tab/Sys in das System-Menü (Bild 2). Hat man sich hier durchgearbeitet und alle Vorgaben für Temperaturen, Lüfterstart, Warntöne, LCD-Screen und Output-Power bearbeitet, ist das 4010 startklar für erste Prozesse.

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Die Rückseite wird von den Lüfterauslässen der integrierten Lüfter dominiert. Links sitzt eine Mini-USB-Anschlussbuchse und rechts ein Kartenslot für eine Micro-SD-Speicherkarte.

Damit das folgende Testen und Ausprobieren etwas leichter von der Hand geht, habe ich zunächst mit Tip auf Stop/Start1 die Battery-Memory Selection mit sechs voreingestellten Akkutypen (das ist grundsätzlich der Ausgangs-Startpunkt für LiPo-, LiIo-, LiFe-, NiMH-, NiCD- und Pb-Akkus) aufgerufen. Nach langem Druck auf den MFG öffnet sich das Battery Manage Menue mit Edit, Move und Add, und über Add lassen sich alle gewünschten Arbeitsprogramme (bis zu 64) für das produktspezifische Laden und Entladen meiner LiPos konfigurieren und künftig über Battery-Memory Selection direkt und schnell aufrufen. Das Einrichten meiner maßgeschneiderten Lade-/Entladeprogramme geht folgendermaßen:

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Die komplette Bedienung des 4010 DUO erfolgt über den mittigen Multifunktionsgeber (MFG) und die fünf Taster. Die zwei linken Taster bedienen Ch-1 und die beiden rechten Ch-2, TAB/SYS wird von beiden beansprucht.

Nach dem Anklicken von Add wählt man das Programm Charge (Bild 3) und kann dann den gewünschten Ladestrom vorgeben; statt Normal Balance wähle ich User Balance und konfiguriere das LiPo Charge Balance Setup nach meinen Vorstellungen (Bild 4). Im LiPo Balance Charge End Setup markiere ich dann noch End Current or detect Balance – das bietet nach allen gemachten Erfahrungen den schnellsten Prozessablauf bei neuen und gut gepflegten LiPos mit geringer Schieflage aller Einzelzellenspannungen), setze für Charge End Current 5 % und bei Charge Cell Volt 4,17 V (Bild 5) – ein Wert, der der Lebenserwartung von LiPos mehr als zuträglich ist, ohne beim Laden spürbare Kapazitätseinbußen in Kauf zu nehmen. Im Advanced Setup bitte nichts ändern und auf gar keinen Fall Keep charging after the Done anklicken! Im Memory Setup kann man jetzt noch unter Option den Asynchron- oder Synchron-Modus für Channel 1 wählen und wesentliche Speicherparameter konfigurieren (Bild 6). Zum Schluss gibt man dem Prozess noch einen unmissverständlichen Namen – fertig ist ein spezifisches Ladeprogramm. Mit Klick auf Save im Memory Setup wird dieses Programm der Battery Memory Selection dauerhaft hinzugefügt

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Ausgabe 10/2013 des MFI Magazins.

 

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