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MFI Unterwegs – Yellow Peril

Eingereicht

Die gelbe Gefahr

Der Ausdruck »Yellow Peril« oder »Gelbe Gefahr« war ursprünglich ein Begriff aus der Kolonialzeit, mit dem die westlichen Mächte vor allem gegen China Ressentiments zu schüren versuchten. Danach musste er als Synonym für alles mögliche herhalten. Als gängige Bezeichnung wurde er für Schulungsflugzeuge genutzt, die bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg besonders bei der US Navy geflogen wurden. Diese Maschinen waren komplett in Gelb lackiert oder hatten zumindest gelbe Flächenoberseiten, denn sie sollten gut zu erkennen sein. Die Flugschüler bezeichneten sich selbst natürlich nicht als »Yellow Peril«; sie wurden nur von den Piloten so genannt, die schon ihre Schwingen trugen. Das Gelb wurde später durch rote Leuchtfarbe ersetzt. So ganz konnte man sich bei der Navy aber nicht vom Gelb trennen. Die Flugzeuge der Kunstflugstaffel Blue Angels tragen bis heute leuchtend gelbe Designs auf blauem Grund. Aber nicht nur die US Navy lackierte ihre Trainer in leuchtendem Gelb.

Naval Aircraft Factory N3N

Der letzte Doppeldeckertrainer der US Marine, die Naval Aircraft Factory N3N, ist natürlich eine Version der Boeing Stearman PT-17. Bei der Navy wurde sie aber wegen der gelben Bespannung ausschließlich Yellow Peril genannt. Und jeder wusste, was hiermit gemeint war. Sie war der Basistrainer für tausende von Piloten und konnte neben dem festen Fahrwerk auch auf Schwimmer umgerüstet werden. Beide Versionen befinden sich in makellosem Zustand im Naval Aviation Museum in Pensacola, Florida.

 

North American T-6

Die North American T-6 war für viele Nationen über eine lange Zeit DAS Trainingsflugzeug für die Jagdpilotenausbildung und wurde sogar als leichter Jagdbomber eingesetzt. In der USAAF flog sie bis 1948 als AT-6, bei der US Navy unter der Bezeichnung SNJ; hauptsächlich mit gelber Lackierung natürlich. In den Ländern des Commonwealth war die Bezeichnung Harvard gebräuchlich. Auch die Bundeswehr setzte insgesamt 135 T-6 als Schulungsmaschine ein. Farbe: Gelb natürlich. Sie wurden 1957 zu einem symbolischen Preis von je einer D-Mark von Kanada angeschafft. Die T-6 ist heute ein beliebter Oldtimer und Warbird auf Flugschauen. Das bullige Äußere und der blubbernde Sternmotor tragen wesentlich zum Charakter dieser Maschine bei. Diese Maschine steht in Orlando und wird für Rundflüge eingesetzt.