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Fein, feiner am feinsten

Eingereicht

Spitfire MK.IXc von FlightLineRC

Auf dem Markt der aus EPO hergestellten Warbirds kamen schon viele Firmen mit den unterschiedlichsten Modellen auf den Markt. Ebenso viele Firmen gingen nach geraumer Zeit wieder. Freewing mit seiner Tochterfirma FlightLineRC scheinen sich hier auf dem Markt zu etablieren. Liegt das an der Qualität der Modelle? Oder auch an der Qualität des Importeurs Natterer Modellbau, der sich um die Belange seiner Kunden kümmert und nicht nur ein Kistenschieber ist? Immer wieder interessant ist auch, dass sie die Firma Freewing / FlightLineRC bei der Entwicklung solcher Modelle Hilfestellung von namhaften Importeuren holt. Diese Spitfire ist mit dem großen amerikanischen Importeur Motion RC entstanden und entwickelt worden.

Die erste der Fragen zur Qualität der brandneuen Spitfire MK.IXc mit 1,6 Metern Spannweite im Maßstab 1 : 7 von FlightLineRC klärt unser bekennender Warbird-Freund Markus Prager, der mal wieder sein geschultes Auge über die Spitfire schweifen lässt.

Schon die Informationsseite der im Vorfeld beim Hersteller heruntergeladenen Bedienungsanleitung lässt aufhorchen, bewirbt der Hersteller hier doch einen nahezu glatte Oberfläche aus EPO-Schaum. Weiter liegen dem Modell zwei unterschiedliche Dekorsätze bei, um es nach seinem persönlichen Geschmack zu gestalten. Diese Unterschiede sind aber recht gering, es ist eine geänderte Kennung am Rumpf und ein schönes Wappen vom Piloten Leutnant Michel Boudier enthalten. Später soll dann noch von der Firma Callie Graphics (www.callie-graphics.com) weitere Verschönerungen angeboten werden.

Das Modell ist sehr großzügig und stoßsicher verpackt.

Ein 6s Antrieb bei schmalen 1,6 Metern Spannweite hat es so noch selten gegeben. Das passt natürlich perfekt zu den vielen angebotenen Jets aus dem Hause Freewing, die in der Mehrzahl auf Akkus der Größe 6s mit 5.000 bis 5.800 mAh zugreifen. Ein Brushless-Motor mit einem sehr niedrigen kv treibt einen Scale-Vierblatt-Propeller in den Abmessungen 16 x 10 Zoll an. Die verwendete Akkugröße ist sehr benutzerfreundlich mit 4.000 bis 5.000 mAh angegeben. 125 km / h versprochene Topspeed sind schon spürbar über der maßstabsgetreuen Geschwindigkeit. Allerdings lässt die versprochene Flugzeit von vier bis acht Minuten den Puls schon etwas höher schlagen. Natürlich vergisst der Hersteller dabei nicht zu erwähnen, dass bei vorsichtiger Gashand die Flugzeit merklich nach oben steigt. Besonders erwähnt wird noch das grastaugliche Einziehfahrwerk mit einer Mechanik aus Metall und 85 mm großen Rädern am Hauptfahrwerk und 45 mm am Spornrad.

Umfangreicher und detailgetreuer geht es für ein Schaummodell nicht mehr. Das Dekor besteht aus über 50 Aufklebern.

Solch ein Augenmerk auf die Praxistauglichkeit schon im Vorfeld der Modellauslegung zu beachten, besonders im Hinblick auf die in der Mehrzahl in Europa vorhandenen Grasbahnen, ist aus meiner Sicht sehr lobenswert. Auf ein sehr gutmütiges Flugverhalten besonders im Langsamflug wurde ebenfalls geachtet. Eine Flächenbelastung von 74 bis 79 g / qdm je nach verwendetem Akku ist ebenfalls im grünen Bereich und ist auch durchaus von fortgeschrittenen Anfängern beherrschbar. Nur als Beispiel sei die Flächenbelastung der P-38 Lightning aus gleichem Hause mit über 120 g / qdm genannt, die doch schon den gut geübten Pilot anspricht.

Unboxing
Es ist für mich immer wieder wie Weihnachten (auch mal im Sommer), wenn der Deckel der Verpackung eines solch vorgefertigten Modells abgenommen wird. Die Verpackung ist bei dieser Spitfire einteilig aufgebaut und die einzelnen Bauteile sind mehrfach übereinander geschichtet. Die getrennte doppelstöckige Verpackung wie bei der MiG-21 (siehe Bericht in der JetPower 5 / 2017) konnte hier besser gefallen. Natürlich sind alle Bauteile wie bei Freewing / FlightLineRC üblich durch Folienbeutel geschützt.

Der Brushless-Motor mit seinem langsamen Kv ist perfekt auf die Spitfire abgestimmt. Die Erwärmung im Modell bleibt immer im grünen Bereich.

Bei der Entnahme der Tragflächenhälften lacht das Modellbauherz, alle Ruder bis auf Höhenruder sind in Hohlkehle gelagert und die Flächen unglaublich stabil. Die Landeklappen sind als Spaltklappen ausgeführt und wie es sich gehört, ebenfalls mit richtigen Scharnieren angeschlagen. Als Hauptholm dient ein stabiles Karbonrohr, das in den beiden Flügelhälften perfekt geführt wird. Die Flügelhälften werden nicht verklebt, sondern miteinander verschraubt. Somit lässt sich die Spitfire auf ein sehr handliches Maß zerlegen. Die LEDs der Positionslichter und des Landescheinwerfers sind von Klarsichtscheiben abgedeckt, nirgends sind große Klebstoffreste zu finden.

Auffällig ist, dass kein Dekor aufgebracht ist. Dieses gliedert sich in unterschiedliche Klebetechniken auf. Das Hauptdekor mit den großen Hoheitszeichen ist selbstklebend und das technische Dekor wie Tank- und Wartungsklappen ist in Wasserschiebetechnologie ausgeführt. Natürlich finden sich in der Verpackung noch zwei MGs für die Flügelmontage, Kühlerhutzen, Rückspiegel und noch ein paar kleinere Details des Herstellers wieder.

Es kann nahezu alles an 6s Akkus mit einer Kapazität ab 4.000 mAh in der Spitfire verflogen werden. In kleinere Größen stecke ich immer gerne 6s / 4.000 aus zwei 3s / 4.000-Akkus zusammen. Mit den XTRON mit 4.000 mAh von Stefans LiPo Shop zeigt sich die Spitfire von der leichtesten Seite. Der hinterste 6s Akku QUANTUM 5800 mAh passt gerade noch ins Akkufach.

Die sechs 17 Gramm-Servos mit Kunststoffgetriebe sind einfach, leicht und fest im Schaum verklebt. Das bei früheren Freewing-Modellen verwendete Servobefestigungsgehäuse in den Flügeln wurde bei der Spitfire weggelassen. Wer nun unbedingt etwas zum Meckern sucht, könnte die schwarzen Servos mit einem Stück farbiger Klebefolie für ein perfektes Finish abdecken. Das ist aber schon wirklich Kritik auf hohem Niveau.

Die Rudergestänge zur Ruderanlenkung haben zu 90 % Kugelköpfe an den Rudern und Landeklappen und sind somit nahezu spielfrei. Da wir schon an den RC-Komponenten sind, schauen wir uns gleich mal das Fahrwerk näher an. Es sind die bekannten elektrisch betätigten Mechaniken aus Kunststoff mit dem drehbaren Mittelstück aus Alu-Druckguss. Besonders hervorzuheben ist die Einbaulage des Fahrwerks, das spürbar nach vorne geneigt ist, um Kopfstände auch bei einem Einsatz auf einer nicht so hervorragenden Graspiste entgegen zu wirken.

Die Fahrwerksbeine sind gefedert ausgeführt. Die Verdrehsicherung übernimmt eine Schraube in einer sehr genau gefrästen Kulisse beziehungsweise einem Langloch. Die Abstimmung der Federung passt zum Gewicht der Spitfire. Die Fahrwerksabdeckungen sind mit je drei Schrauben stabil an die Fahrwerksbeine geschraubt. Die Stabilität des Ganzen werden wir in der ausführlich gestalteten Flugerprobung beobachten. …

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Ausgabe 1/2018 des MFI Magazins.