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Die Messerschmitt aus dem Drucker

Eingereicht

Die Zukunft unserer Modellflugzeuge?

Zu Beginn meiner »Karriere« als Modellflugpilot gab es Verbrennungsmotoren, und die Modelle waren aus Holz und ab und an auch mal aus GfK. Vor einigen Jahren gab es eine kleine Revolution: Man brachte Verpackungsmaterial zum Fliegen und nannte das Ganze EPO oder EPP, was früher unter dem Namen Styropor lief. Vor etwas weniger als zwei Jahren kam eine zweite Revolution: PLA kann auch fliegen, zumindest wenn man das aufgerollte PLA-Filament zuvor durch einen 3D-Drucker jagt und ihm die Form eines Flugzeugs gibt!

Die (noch) kleine Firma 3dlabprint.com aus der Tschechischen Republik machte das »fliegende Filament« salonfähig. Ich beschäftige mich zwar seit Anbeginn des 3D-Drucks mit dem Druck von Objekten, aber so langsam komme auch ich in ein Alter, in dem ich neuen Fertigungstechniken für Modelle grundsätzlich zuerst skeptisch gegenüber stehe. So auch bei 3D-gedruckten Fliegern. Aber soviel vorweg: Die Modelle fliegen wirklich – und das sogar ziemlich gut! Doch der Reihe nach, denn schließlich kommt das Modell nicht ARF oder gar RtR beim Kunden an. 3dlabprint produziert also keine Bausätze, sondern bietet »lediglich« die notwendigen Dateien und Anleitungen an, die man für einen erfolgreichen Ausdruck des Modells benötigt. Auf der Internetseite 3dlabprint.com erwirbt man ein Paket, das Druckdateien und Profile sowie Anleitungen seines Modells enthält.

Alle Teile sind gedruckt. Es kann ans eigentliche Bauen gehen.

Beim 3D-Druck kommt es auf sehr viele Faktoren an, damit ein Druck dem Ideal nahe kommt. Deshalb haben die Jungs von 3dlabprint auch Druckprofile und fertige, sogenannte »Basic- GCODEs« hinzugefügt. Druckprofile heißt in diesem Fall »Factory-Files« für das Slicing-Tool Simplify3D (www.simplify3d.com, siehe MFI 12/2017). Diese können in Simplify3D geöffnet werden und theoretisch kann damit direkt gesliced werden. Genauere Erklärungen zu den Themen Slicen und Drucken sind in meinem in Kürze im Modellsport Verlag erscheinenden Buch »Die Ideenwerkstatt – CNC-Fräsen, 3D-Drucken und Plotten im Modellbau« zu finden.

Da die Factory-Files komplette Einstellungspakete sind, kann man damit natürlich nicht für jeden Drucker die GCODE-Dateien erstellen. Primär ist die Konfig für den weit verbreiteten Drucker Prusa i3 gedacht. Aber auch für andere Drucker kann man die Konfigurationen importieren und anpassen, da dort einige sehr spezifische Einstellungen gesetzt werden, die man sonst vermutlich nicht braucht. Die beste Möglichkeit ist also das Anpassen der Factory-Files in Simplify3D.

Die ersten Rumpfteile wachsen. Diesmal mit deutlich weniger »Stringing«, nachdem das Profil angepasst worden ist.

Neben der Konfiguration für Simplify3D wird auch noch ein Profil für CURA, einem weiteren bekannten Slicer mitgeliefert. Auch das nicht so verbreitete MatterControl (www.mattercontrol.com) wurde in Form von Konfigs berücksichtigt. Zudem liegt dem Paket noch eine umfangreiche Anleitung mit bei, zusätzliche Guidelines für den erfolgreichen Druck der Flieger gibt es auf der Webseite. Als weiteres PDF liegt ein Foliendesignbogen bei, um ein paar Basic-Decals ausdrucken und aufkleben zu können.

Slicen, Drucken, Fliegen?
Man mag nun denken, dass man nur mal eben slicen, ausdrucken und dann fliegen kann, aber ganz so einfach ist es dann leider doch nicht! Verwendet man keinen Original-Prusa i3 und …

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Ausgabe 1/2018 des MFI Magazins.