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Pilot-RC Edge V3 mit Kontronik Stirnradgetriebe KSG

Eingereicht

Hamilton Edge V3

Auf der Red Bull Homepage heißt es: »Sie sind entwickelt, um so beweglich wie möglich zu sein. Die Rennflugzeuge, die in der Red Bull Air Race-Weltmeisterschaft geflogen werden, sind die Vorreiter der Leichtflugzeug-Technologie.« Die Teams entwickeln ihre Maschinen immer weiter und konzentrieren sich dabei besonders auf Motoren, Propeller und Aerodynamik. So auch bei der Edge 540 von Zivko Aeronautics. Die einsitzige Kunstflugmaschine ist in den Versionen V2 und V3 das bevorzugte Flugzeug der Red Bull Air Race-Piloten. Und was ist so besonders an dieser Maschine? Die Tragflächen mit der geraden Vorderkante sind ein herausragendes Designelement und wirken besonders

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aggressiv. Die Konstruktion weist insgesamt eine höhere G-Toleranz zu Vorgängerversionen auf. Rumpfrücken, Kabinenhaube, das kürzere Fahrwerk, Motorhaube und Flächenspitzen wurden aerodynamischer gestaltet und der Luftwiderstand damit weiter verringert. So steigt die Endgeschwindigkeit um einige Knoten. Für die Rennmaschinen können solche Kleinigkeiten ausschlaggebend sein. Und wenn eine Maschine so erfolgreich ist und entsprechend auch in den Medien präsentiert wird, wird sie natürlich auch als Modell angeboten.

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Die Kartons sind riesig, stabil und der Inhalt ist gut geschützt verpackt. Sämtliche Modellkomponenten sind in Baugruppen verpackt. Mit dem Auspacken, Zusammenstecken und Begutachten beginnt der Spaß schon.

Die Firma Pilot-RC wurde 2008 von drei begeisterten Modellpiloten und Großmodellbauern gegründet. Ziel war es, extrem weit vorgefertigte ARF-Modelle, im Wesentlichen Kunstflugmaschinen, in Top-Qualität und zu günstigen Preisen anzubieten. Die Produktion wurde nach China verlegt. Und dass sie heute noch auf dem Markt sind und mit mittlerweile über 100 Mitarbeitern produzieren zeigt, dass sie ihr Ziel erreicht haben. Bei uns bekommt man die Modelle bei BAORC. Die Edge V3 wird in gleich vier verschiedenen Größen angeboten: mit 195, 230, 267 und 305 cm Spannweite, jeweils ohne die für die V3 so typischen Wingtips. Werden diese an die Flächen angesteckt, vergrößern sie die Spannweite zum Beispiel bei der 267 cm-Maschine auf 310 cm. Das ist dann schon imposant.

Jean-Claude von BAORC, kurz JC, so kennt ihn jeder, ist selbst begeisterter Modellpilot und hat sich die Philosophie von Pilot-RC ein wenig zu Eigen gemacht. Er bietet neben einem optimalen Service auch sämtliche Zubehörteile an, die man zur endgültigen Fertigstellung eines Modells benötigt. Alles aus einer Hand bedeutet wenig Sucherei und Zeitverlust. Und was das Design seiner Maschinen angeht, ist er auf der Höhe der Zeit. Die sogenannte Hamilton Design V3 ist im Augenblick der Hit. JC hat nach eigenen Angaben mit dem Piloten des Originals, Nicolas Ivanoff persönlich die Vereinbarung zur Nutzung des ausgefallenen Designs für die Produktion bei Pilot-RC getroffen, um keine Rechte zu verletzen.

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Der Rumpf ist aus leichtem Sperrholz aufgebaut. Sämtliche Teile sind lasergeschnitten und fügen sich perfekt ineinander. Vor dem Bespannen mit Oracover ist alles sauber verschliffen worden. Ein Tank ist schon eingebaut, die Seilanlenkungen für das Seitenruder liegen bei.

Die Maschine wurde als Prototyp auf der ProWing 2016 vorgestellt und die erste Lieferung im Sommer war schnell verkauft. Nachschub gab’s im Herbst und da war meine mit dabei. Eigentlich bin ich kein Fan bespannter chinesischer Stäbchenkunst. Doch die Präsentation der Modelle auf dem Pilot-RC AirMeet 2015 war extrem beeindruckend, und mein Freund Jürgen Sauerwald von JSB-Modellmotoren drängte mich: »… so ein Ding musst du unbedingt haben. Und da baust du dann unseren neuen KCS 124 ccm ein.«

Es kam jedoch ein wenig anders. Eine Spedition lieferte zwei riesige Kartons an. Die waren bombenstabil und perfekt im Innern verschachtelt. So haben die Einzelteile der Edge V3 die weite Reise aus dem Reich der Mitte bestens überstanden, es war nichts eingedrückt, faltig oder verzogen. Schnell war alles entpackt und die durchdachte, leichte Holzkonstruktion begutachtet. Die einzelnen Holzteile fügen sich perfekt ineinander und wo besondere Kräfte einwirken, ist die Konstruktion entsprechend verstärkt. Das ist so besonders im Bereich der Flächensteckung und der Aufnahme des Motorträgers. Viele andere konstruktive Details überzeugen ebenso. Da wird zum Beispiel die Motorhaube von innen verschraubt und der komplette Rumpf­rücken mit der fest verbauten Kabinenhaube ist abnehmbar. Der lackierte Fahrwerksbügel wird in eine Aussparung unter den Rumpf geschraubt; hierfür sind die Löcher natürlich schon fertig gebohrt und die Aluverstärkungen im Rumpf eingelassen. Selbst die Radachsen und die Radpuschen sind mit wenigen Handgriffen montiert. Sämtliche Ruder sind an den Flächen und dem Höhenleitwerk mit sehr stabilen Scharnieren angebracht und mit kleinen Stahlstiften gesichert. Dem Seitenruder dient ein Stahldraht als Drehachse; dieser wird in fertig eingebaute Scharnierteile eingefädelt. Den Klebestellen wurde besondere Aufmerksamkeit geschenkt und mögliche Schwachstellen gesucht. Die sichtbaren Verklebungen in Rumpf und Flächen sind allesamt hervorragend durchgeführt. An beanspruchten Stellen sind sogar Vermuffungen erkennbar. Das sieht man bei den meisten anderen chinesischen Holzbausätzen überhaupt nicht.

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Sämtliche Zubehöre sind in Baugruppen zusammengefasst und von sehr guter Qualität. Der Vorfertigungsgrad ist extrem hoch. Damit wird die Montage des Modells zu einem schnellen und sehr kurzweiligen Vergnügen. Wenn man will, hat man dieses Modell innerhalb eines Wochenendes flugfertig aufgebaut. Eine Bauanleitung kann man entweder bei BAORC oder Pilot-RC von deren Homepage herunterladen. Die ist zwar in Englisch, aber einfach gehalten und die vielen Bilder geben Aufschluss genug. Zudem bekommt jeder Kunde, der ein Kunstflugmodell bei BAORC kauft, eine deutsche Anleitung mitgeliefert, die die Vorgehensweise für den richtigen Aufbau vorgibt.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Ausgabe 5/2017 des MFI Magazins.