Schwalbe II

Österreichische Luftfahrtgeschichte lebendig gemacht

Beim Stöbern in alten Archiven stieß Wolfgang Herold auf das Segelflugzeug Schwalbe II des Österreichers Bruno Gumpert. Weitere Nachforschungen blieben ergebnislos und selbst das vermeintlich allwissende Internet konnte keine weiteren Informationen liefern – das Bauprojekt Schwalbe II schien in weite Ferne zu rücken. Bis dann ein Bild aus dem Jahr 1938 auftauchte.

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Die österreichischen Musger-Segelflugzeuge sind wohl jedermann bekannt. Wer aber erinnert sich an Bruno Gummpert? Er konstruierte den Schulgleiter Gumpert G1 und die Weiterentwicklung G2, die sich heute noch im Technischen Museum in Wien befindet. Seine Schwalbe I war mit dem Grunau Baby fast identisch, hatte aber einen ovalen Rumpfquerschnitt, auf sie folgte im Jahr 1938 die Schwalbe II.

Beim Stöbern im Luftfahrtarchiv meines Stadtmuseums stieß ich in der Zeitschrift »Flugsport 1938« auf die bebilderte Beschreibung des Hochleistungs-Segelflugzeugs Schwalbe II und war sofort begeistert von den eleganten aerodynamischen Formen und der elliptischen Tragfläche mit Knick. Dieses Flugzeug wollte ich als Modell im Maßstab 1 : 3 mit einer Spannweite von 5,33 m wieder auferstehen lassen.

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Dieses Bild aus der Sammlung J. Doppelbauer gab den Anstoß zum Bau der Schwalbe II.

Nun begann die spannende Suche nach Unterlagen. Existierten eventuell noch Pläne oder wenigstens Fotos? Doch weder kompetente Stellen beim österreichischen Aeroclub noch das Technische Museum in Wien konnten helfen – die Schwalbe II blieb verschollen. Doch dann traf der Brief eines Freundes mit einem wunderschönen Schwarz-Weiß-Foto ein: Die Schwalbe II auf der Rhön im Jahr 1938! Auf dem Bild konnte man etliche Details erkennen, was für ein Glücksfall!

Nun konnte das Plänezeichnen beginnen. Die Wochen zogen ins Land, und da der Maßstab 1 : 3 doch recht groß ist, bedeckten bald lange Papierfahnen meinen ganzen Arbeitstisch. Mit dem Aussägen der Spanten und Rippen begann die Holzbau-Etappe. Für die Spanten benutze ich gerne gutes, 2 bis 5 mm starkes Flugzeugsperrholz, die Flügelrippen sind aus 3-mm-Balsa.

Aus Termingründen, die Schwalbe II sollte beim Rhön-Segelflug-Wettbewerb 1938 antreten, konnten damals weder Bremsklappen noch ein Rad eingebaut werden. Auf Klappen wollte ich dann aber doch nicht verzichten und konstruierte sie nach oben und unten ausfahrbar ein. Das Weglassen des Rads habe ich später doch etwas bereut. Für die Tragfläche verwendete ich das Profil HQ 3,5/15. Das Zeichnen der Tragfläche wurde durch die vollständige Draufsicht in der »Flugsport 1938« wesentlich erleichtert.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Ausgabe 8/2016 des MFI Magazins.

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